Die Fotoschule

{Die Fotoschule} Richtig fokussieren

Liebe Blogleserin, Lieber Blogleser,

Letzte Woche haben wir das Thema Vollautomatik und Teilautomatik besprochen, und warum man nicht alle Entscheidungen der Kamera überlassen sollte. Die Teilautomatik-Modi deiner Kamera haben weitere Vorteile. Eines davon ist, dass man selbst entscheidet was man im Fokus haben will.

Eine digitale Spiegelreflexkamera fokussiert grundsätzlich von selbst. Was bis zu einem gewissen Punkt auch Sinn macht, schliesslich hat die Kamera ja auch genug Geld gekostet. Da sollte sie schon das eine oder andere können, oder?

Allerdings wurde noch keine Kamera erfunden, die Gedanken lesen kann. Sie weiss also nicht was du auf dem Foto fokussieren willst. Sie wird als Grundregel immer das fokussieren, was ihr am nächsten liegt. Wenn man z.B. ein Gesicht von sehr nah fotografiert, wird die Kamera die Nase fokussieren und nicht die Augen.

Schauen wir mal ein Beispiel vom berühmten deutschen Starfotografen Martin Schoeller. Martin war jahrelang Assistent von Annie Leibovitzund hat mehrere Preise für seine Fotografiekunst gewonnen. (Im 2013 erhielt er einen Preis für das Foto von Michael Douglas als Liberace – das müsst ihr sehen!). Jedenfalls wollen wir ja nur von den besten lernen, deshalb bringe ich jetzt sein Porträt von George Clooney (seufz!) als Beispiel:

Bildschirmfoto 2015-02-07 um 17.47.41

Seht ihr wie beim lieben George das Gesicht schön im Fokus ist? Vorallem die Augen. Es ist, als würde uns George direkt anschauen. Achtet mal auf seine Ohren, sein Hals, und seine Schultern. Ist alles verschwommen gell? Und was Martin Schoeller kann, das können wir auch (ähem).

Ihr nehmt jetzt eure (DSLR-) Kamera und (im Falle einer Canon) ist der Knopf für die Fokussierungspunkte hier:

Bildschirmfoto 2015-02-07 um 17.34.16

Wenn man auf diesen Knopf drückt und durch den Viewfinder (Sucher) schaut, sieht man die Fokussierungspunkte:

Bildschirmfoto 2015-02-07 um 18.09.34

Je nach dem welches Kameramodell man hat, gibt es mehr oder weniger Punkte zum Fokussieren. Der rote Punkt ist dort, wo gerade der Fokus ist. Um ihn zu ändern, drückt man am Dreher herum:

Bildschirmfoto 2015-02-07 um 18.11.22 copy

Auf folgendem Beispiel siehst Du wie ich zuerst die Love-Buchstaben fokussiert habe, das Bild dahinter ist ganz verschwommen. Auf dem zweiten Bild habe ich hingegen das Bild fokussiert, und das Love erscheint jetzt unscharf. Schau mal:

_MG_2819

_MG_2817

Hausaufgabe:

Wähle ein Objekt zu Hause (ein Schuh, ein Legomännchen, eine Pflanze) und stelle dieses Objekt vor einem anderen. Probiere jetzt ein Foto zu machen in dem das hintere Objekt fokussiert ist.

In der Fotografie geht vieles einfach übers Üben. Ich lerne es am besten wenn ich es ein paar Mal selbst ausprobiere und sehe was die verschiedenen Einstellungen können. Aber falls Du Fragen hast melde dich einfach hier und ich versuche zu helfen.

 

{Die Fotoschule} Im Kreativ-Modus fotografieren: Zeitautomatik

Liebe Blogleserin, Lieber Blogleser,

Wer schon einmal eine digitale Spiegelreflexkamera gekauft hat, weiss, diese Dinger sind teuer. Obwohl es mittlerweile auch preiswertere Klassenmodelle gibt, sind sogar diese immer noch viel teurer als eine normale Point & Shoot Kamera. Aber trotz allem technischen Fortschritt, kann man mit einer DSLR immer noch die besseren und schöneren Fotos machen. Warum? Weil man beim Fotografieren vieles selbst regulieren kann. Du willst Bewegung zeigen? Dann stellst Du eine längere Belichtungszeit ein. Wie bei diesem Foto hier:

Panning (6 of 6)(Image Source Flickr AdoramaTV)

Bei Canon wie auch bei Nikon gibt es beim Drehrad der Camera Modes eine grüne Markierung für den Vollautomatik-Modus.

Bildschirmfoto 2015-01-30 um 07.23.10

Alle Programme unter dieser grünen Markierung haben automatische Einstellungen. Alle über dieser Markierung, sind die sogenannten „Kreativ-Programme“. In diesem Post lernen wir etwas über die Zeitautomatik (ohne dass es allzu technisch klingt). Über die heilige Dreifaltigkeit der Fotografie (Zeit, Blende, ISO) habe ich hier schon geschrieben. Vielleicht lohnt es sich nochmal dort reinzuschauen bevor wir loslegen.

Ich fotografierte am Anfang nur in Vollautomatik, wechselte dann aber bald zur Zeitautomatik, so dass ich die Blende einstellen konnte und sich der Rest selbst reguliert. Dort blieb ich eine Weile, bis ich mich dann an das Manual Mode heranwagte. Ich finde die Zeitautomatik ein guter Einstieg in die „Kreativ-Programme“ deiner Kamera.

Zeitautomatik (bei Canon AV, bei Nikon A)

Wie es der Name schon sagt, wird bei diesem Programm die Zeit automatisch von der Kamera gewählt. Du kümmerst dich als Fotograf/in nur um die Blendenöffnung. Und die Blende macht diese wunderschönen verschwommenen Hintergründe. Wir erinnern uns: Je kleiner diese Blendenzahl, desto verschwommener der Hintergrund. Auf den nächsten beiden Fotos ist die Blende auf 1.8:

divina

 

149 640

Und bei diesem Foto habe ich die Blende auf 2.2 gestellt, weil ich der Mann auch etwas im Fokus haben wollte:

IMG_9679

Und wo drehst Du diese Blendenzahl herunter? Dort wo auf deinem Display diese F-Zahl liegt. Hier:

Bildschirmfoto 2015-01-30 um 07.44.16

Je nach Objektiv kannst Du nicht ganz so weit runter, einige können bis 3.5, andere gehen bis 1.8 oder sogar bis 1.2. Aber probier einfach mal ein bisschen aus.

Hier habe ich mal mehr schöne Beispiele für verschwommenen Hintergrund aus dem Internet gekramt (so als Inspiration):
50mm!
(Image Source Flickr: Ilaria Ronchi)

Jule No3(Image Source Flickr: Abramis)

I love my Canon 50mm F/1,4(Image Source Flickr: Tove)

Wenn du allerdings Landschaften fotografieren willst, wo alles mehr oder weniger im Fokus sein soll, dann muss diese Blendenzahl sehr hoch sein. Bei diesem Foto z.B. ist die Blendenzahl auf 10 und so ist alles scharf im Fokus.

Landscape Chile
(
Image Source Flickr: Doug Wheller)

Hausaufgabe:

Schnapp dir deine Kamera und setze sie auf Zeitautomatik, wie oben beschrieben. Fotografiere ein unbewegliches Objekt und gehe sehr nah ran. Mach Fotos mit verschiedenen Blendenzahlen und schau was dabei herauskommt.

 

{Die Fotoschule} Reisefotografie

Liebe Blogleserin, Lieber Blogleser,

Ist Dir nicht auch schon passiert, dass Du aus den Ferien zurückkommst und Deine Fotos sehen schlecht aus? Sie widerspiegeln so gar nicht das wunderbare Gefühl als man dort war? Sie sind einfach langweilig?

Dann solltest Du die nächsten paar Zeilen ganz genau lesen. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle welche Kamera Du hast, ob es eine Spiegelreflexkamera oder eine Point & Shoot ist, oder wenn Du einfach nur mit dem Handy fotografieren willst. Ich zeige Dir wie Du, unabhängig vom Equipment, super Ferienfotos machen kannst. Mit diesen 6 einfachen Tipps bist Du für deine nächsten Ferien gewappnet:

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1. Vorbereitung ist die halbe Miete

Genauso wie mit der Kleidung, überlegst Du dir am Besten gleich vorher welche Kamera Du mitnehmen willst.

Little photographer(Foto: Stavros Makropoulos, Flickr)

Fotos unter Wasser sind z.B. sehr speziell, aber praktisch niemand denkt daran eine Unterwasser-Hülle zu kaufen, oder (noch besser) eine praktische Einweg-Kodak-Unterwasser-Kamera, die zu allem hinzu sehr günstig ist.  Wenn Du irgendwohin gehst, wo es einen Pool oder klares Meerwasser gibt, ist diese Kamera ein Muss.

underwater fun(Foto: Stephanie Lorenzo, Flickr)

Underwater Photoshoot | Lang Tengah Island | Kuala Terengganu | Terengganu | MALAYSIA - Visit Terengganu 2014 Proposal(Foto: noit pippo, Flickr)

alisonsadventures_gopro_underwater_cloudbreak(1).jpg(Foto: Sarah Lee, Flickr)

Wenn Du zu Zweit auf Reisen bist und gerne auch ein paar Fotos zusammen haben willst, dann ist ein Stativ unabdingbar. Klar, ein Selfie zu Zweit geht immer, aber es ist nicht so einfach und vorallem sieht man dabei meisten nur Eure Gesichter und nichts von der Umgebung. Und immer fremde Leute fragen ist doch auch doof.

Es gibt viele verschiedene Stative, am Besten gehst Du in ein Fachmarkt und schaust welches Stativ zu deinen Bedürfnisse passt. Ich finde die GorillaPod ziemlich praktisch:

Bildschirmfoto 2014-06-02 um 22.52.19

 

Nicht vergessen: Akku-Ladegerät mit einpacken und genügend SD-Karten mitnehmen!Zusatztipp

2. Inspiration durch Stöbern

Dumont, Geo, Globetrotter, Merian, oder wie die Magazine alle heissen. Auch wenn ich nur für ein paar Tage irgendwohin reise, kaufe ich mir immer so ein Heft und schaue mir die Fotos an, damit ich es mir in etwa vorstellen kann.

travel magazines

Es gibt gute Tipps für die Reise und gleichzeitig holt man sich die Inspiration für gute Fotos. Wenn mir im Magazin etwas sehr gut gefällt, versuche ich das Foto nachher zu „kopieren“, in dem ich mir überlege aus welcher Perspektive das Foto gemacht wurde, zu welcher Tageszeit, usw.. Ich schreibe mir alles in meinem Reise-Notizheft auf, mit Strassennamen, Restaurants und sonst noch alle Orte die ich unbedingt besuchen will.

Ausserdem schreibe ich mir auf, was ich sonst noch alles fotografieren will. Wenn ich also nach Paris reisen würde, sähe meine Liste etwa so aus:

Bucketlist Paris3. Das Licht

Wenn Du schon eine Weile fotografierst weisst Du es bereits: das wichtigste bei der Fotografie ist das Licht. Und das beste Licht für Fotografie sind die ersten zwei Stunden nach Sonnenaufgang, oder die letzten zwei Stunden vor Sonnenuntergang. Klar kannst Du den ganzen Tag so viel fotografieren wie Du willst. Aber wenn Du wirklich aussergewöhnlich gute Fotos vom Strand, vom Park oder von einer Touristenattraktion machen willst, gibt es nur eins: im Internet nachschauen wann die Sonne aufgeht, und mit deiner Kamera frühmorgens raus aus dem Hotel. Ausserdem hat es da noch kaum Leute und man hat den Park, den Strand, oder die Touristenattraktion ganz für sich allein. Das nenne ich eine Win-Win-Situation.

 

Arc de Triomphe @ sunrise(Foto: Beboy Photographies, Flickr)

Early Morning Sunrise in New York City(Foto: Richard, Flickr)

Barra beach sunrise(Foto: Olivier Leclaire, Flickr)

4. Der Ort

Deine Reisedestination hat eine bestimmte Kultur, die Du versuchen musst in Deine Fotos zu integrieren. Suche die Bräuche, die Menschen die dich interessieren und fotografiere sie. Lass dabei deiner Kreativität freien Lauf und versuche nicht, die Bilder zu machen die alle anderen schon machen, sondern versuche einfach Neues.

Du könntest zum Beispiel eine Postkarte fotografieren die gerade vor dem Objekt ist, und nicht das Objekt selbst. Wie hier die Augustinergasse in Zürich:

La busqueda del tesoro: postales

 

 

Oder dein Schatten soll Teil des Bildes sein.

Maui Baldwin Beach(Foto: Dan Burt, Flickr)

Erinnere dich an die Perspektive (darüber haben wir HIER schon gesprochen).

5. Das Essen

Vielleicht bin nur ich so, aber für mich ist das Essen ein wichtiger Bestandteil der Reise. Ich probiere lokale Spezialitäten aus und besuche Märkte, Restaurants, Cafés, die ich alle unbedingt fotografieren muss. Und immer schön im Notizheft schreiben, sonst weiss man nachher nicht mehr wo man diese feine Paella gegessen hat.

Aber auch Blumen, Feste, oder generell Farben gehören zur Foto-Liste.

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6. Der Teufel liegt im Detail

Nur die grossen und wichtigen Dinge zu fotografieren ist langweilig. Versuche die Details zu sehen, die kleinen Dinge mit Deiner Kamera festzuhalten, denn an die erinnert man sich selten wenn man einst wieder zu Hause ist. Sie sind dann eine wahre Überraschung wenn man die Fotos wieder durchblättert.

 

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Und jetzt bist Du fotografisch bereit für Deine nächste Reise. Und bitte nicht vergessen: Übung macht den Meister! Es ist noch kein Profi-Fotograf vom Himmel gefallen. Wen Du das Auge trainieren willst dann mach doch auf unserem Spiel Das Jahr in Farben mit. HIER kannst Du lesen wie es funktioniert.

 Not all those who wander are lost. J.R.R.R. Tolkien

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Wie man wundervolle Bokeh-Bilder macht

 

{Die Fotoschule} Technische Grundlagen Baby-Einfach

Liebe Blogleserin, lieber Blogleser,

Mit der Technik ist es wie mit dem Zahnarzt oder Putzen. Es ist ein Mittel zum Zweck. Ein nötiges Übel um das gewünschte Resultat zu erzielen. Zumindest bei mir. Auf meinem Blog schreibe ich viel über Fotografie und wie man bessere Fotos machen kann, auch wenn man kein „richtiger“ Fotograf ist. Aber wer ist das schon?

Als ich erst kürzlich mit einer Freundin telefoniert habe, die auch Fotografin ist, sagte sie etwas, dass mir seither im Kopf herumschwirrt. Sie sagte „Du kommst nicht um die Technik herum wenn es um Fotografie geht. Auch wenn die Fotografie primär Inspiration, Gefühle, oder Kunst vermittelt, Technik ist immer der Grundstein“. Und irgendwie hat sie Recht. Obwohl ich Technik nicht mag, ist es ein grundlegender Teil in der Fotografie und ich kann es nicht einfach wegdrücken.

Also habe ich mich entschieden über Technik zu schreiben. Das wird hier auf diesem Blog nicht sehr oft der Fall sein. Aber ich werde es so verständlich und einfach erklären, wie ich es selber gerne gehabt hätte als ich mit der Fotografie begann. Es wird also keine Tortur, ich verspreche es.

(Wenn Du keine DSLR/Spiegelreflex-Kamera hast dann kannst Du der erste Teil bis zum ISO überspringen).

Das Wichtigste worum es bei der Fotografie geht ist das Licht. Das Licht kommt in Dein Objektiv, geht durch die Blende, und dann durch den Verschluss. Zuletzt trifft das Licht den Sensor (früher Film). So entsteht ein Foto, und es sieht in etwa so aus:

Technik

Die Blende ist wie ein Fenster mit Vorhang. Du kannst es so einstellen dass es mehr oder weniger Licht durchlässt.

Die Verschlusszeit ist wie ein Tür, die Du schnell oder langsam schliessen kannst.

Der Sensor oder Film ist wie ein Korb der das Licht einfängt, das durch Blende und Verschlusszeit durchkam, um es in ein Foto zu verwandeln.

Wenn Du also eine DSLR / Spiegelreflex Kamera gekauft hast, kannst Du sie selbstverständlich auch auf Total-Automatik einstellen, und dann geschieht das alles von selbst. Du musst nicht nachdenken. Aber dafür braucht man nicht so viel Geld auszugeben, denn das kann jede Digitalkamera. Wenn man also eine DSLR gekauft hat, macht es Sinn die Kontrolle zu übernehmen und wenigstens einen Teil davon selber einzustellen.

BLENDE

Wie schon obern erwähnt ist die Blende das Fenster mit dem Vorhang. Erinnerst Du dich? Die Öffnung der Blende (auf Englisch: f-stop) wird als Zahl definiert. Und obwohl das kompliziert tönt, musst Du dir eigentlich nur folgendes merken: Je grösser die Blendenzahl, desto mehr Details vom Hintergrund sind zu erkennen.  Je kleiner die Blendenzahl, desto verschwommener der Hintergrund auf dem Foto. Hier ein Beispiel mit zwei ähnlichen Fotos.

Das erste Bild wurde mit der Blende auf 14 gemacht. Die Äste im Hintergrund sind noch zu erkennen:

IMG_0345 640x480

 

Das nächste Foto wurde mit der Blende auf 5.6 gemacht. Die Äste im Hintergrund sind sehr verschwommen:

IMG_0344_640X480

 

Du kannst also jederzeit die Blende selbst kontrollieren indem du deine Kamera auf Zeitautomatik setzt (auf Englisch: Aperture Priority Mode). Du kontrollierst die Blende und die Kamera regelt die Verschlusszeit und den Rest selbst.

Wenn Du also das nächste Mal ein Foto machen willst, überlege zuerst ob Du nur einen Teil des Fotos scharf haben möchtest und den Hintergrund unscharf (dann muss die Blendenzahl tief sein). Oder wenn Du alles sehr genau im Detail haben willst (dann muss die Blendenzahl gross sein).

VERSCHLUSSZEIT

Auch Belichtungszeit genannt. Sie ist wie eine Tür die schnell oder langsam schliesst. Was heisst das genau? Es bestimmt wie viel Licht auf den Sensor kommt. Sie wird in Sekunden gemessen, d.h. mit einer langsamen Verschlusszeit wird der Verschluss länger offen sein und schnelle Bewegungen werden auf dem Foto verschwommen sein. Bei einer schnellen Verschlusszeit, werden auch sehr schnelle Bewegungen scharf auf dem Bild erscheinen. Hier ein Beispiel, wo die Verschlusszeit auf 1/800 war:

Fussball Diego

Wenn Du also an ein Sport-Event gehst wie oben, oder den Kindergeburtstag fotografieren willst (wir wissen ja wie schnell sich Kinder bewegen können!), hast Du die Möglichkeit Deine Kamera auf Blendenautomatik setzen (auf English: Shutter Priority Mode), so dass DU die Verschlusszeit kontrollierst und die Kamera dann die Blende und den Rest selber einstellt.

Wie Du siehst, geht es bei der Verschlusszeit geht es immer um Bewegung.

SENSOR

Der Sensor ist was bei den analogen Kameras der Film war. Der Film kann sehr sensibel sein oder weniger sensibel, und dies wird mit dem ISO bemessen. ISO hast Du sicher auch schon mal gehört, denn sogar bei den einfachsten kleinsten Digitalkameras kann man den ISO selbst einstellen. Je höher der ISO, desto sensibler wird der Sensor auf Licht. Es wird mehr Licht auf den Sensor gepackt. Je tiefer der ISO, desto weniger Licht wird zusätzlich auf den Film gepackt.

Wenn Du also in einer sehr dunklen Umgebung bist, musst Du den ISO höher einstellen, was aber leider auch in mehr Körnung auf dem Foto resultiert, so wie im Beispiel hier:

2014-05-07_0001Siehst Du auf dem rechten Bild das Zoom-In wie es Körnungen hat?

Deshalb musst Du den ISO möglichst tief halten, aber genug um das richtige Licht auf den Sensor zu packen. Da kann ich nur sagen: Übung macht den Meister.

SCHLUSSWORT

Und wie war’s? Gar nicht so schlimm, oder? Jetzt wo du schon so vieles über Technik gelernt hast, geht es darum zu üben. Ich muss gestehen, dass ich zwar schon alle Teil-Automatik-Programme gut beherrsche, mich aber noch nicht sicher fühle wenn ich komplett auf Manuell einstelle. Wenn ich ein Foto nicht schnell schiessen muss, sondern mir Zeit nehmen kann, dann nehme ich sie mir auch und überlege über Blende, Verschluss und ISO. Das geht nur nicht so schnell, und wenn ich ein Model vor mir habe möchte ich sie oder ihn nicht warten lassen. Mein Ziel ist es aber eines Tages komplett in MANUAL zu fotografieren.

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{Die Fotoschule} Perspektive

Liebe Blogleserin, Lieber Blogleser,

Die Fotoschule geht in eine weitere Runde! Nachdem wir schon über die Drittel-Regel gesprochen haben, geht es heute mit der „Perspektive“ weiter. Die Perspektive ist nämlich enorm wichtig. Es steht in direktem Zusammenhang mit dem Gefühl, welches das Foto vermittelt. Und das Ziel jedes guten Fotografen ist es Emotionen und Gefühle beim Betrachter zu wecken.

 

Geh runter

Das ist der erste Schritt: die Perspektive ändert sich sofort wenn man von ganz unten fotografiert. Man fühlt sich dann wie eine kleine Ameise die die Welt erkundet. Deshalb heisst diese Perspektive auch die „Ameise-Perspektive“.

 

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IMG_9688 pollyana

 

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Deporte #lvm

 

PerspectiveFoto: Tripwolf (Flickr)

 

 

schau nach oben

Wenn man schon unten ist, kann man auch mal probieren „nach oben“ zu fotografieren. Das verstärkt das Gefühl von „klein sein“ beim Betrachter. Kleine Dinge wie z.B. Blumen sehen wie Riesen aus.  Hier ein paar Beispiele:

Floor SketcherFoto: Alexandra Instituttet (Flickr)

 

Contrast perspectiveFoto: Luke Casey (Flickr)

 

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Vogelperspektive

Von oben herunter fotografiert, sehen die Menschen (Erwachsene wie Kinder) klein und verletzlich aus. Aber auch auf Städtereisen oder in den Ferien sollte man immer versuchen irgendwo von ganz oben ein Foto machen zu können um die ganze Stadt, Dorf, oder Umgebung einzufangen.

perspective... (looking down)Foto: Bill Walker (Flickr)

 

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Day 130: Looking DownFoto: With Love Photography (Flickr)

 

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Spiel damit

Und zu gutem Schluss: die Fotografie sollte Spass machen! Und mit der Perspektive kann man spielen. Ihr habt diese Bilder sicher schon mal gesehen. Die Ferien eignen sich perfekt dazu, aber eigentlich kann man es jederzeit und überall tun, man braucht man nur ein paar Freunde und etwas Fantasie.

PerspectiveFoto: Kate Arkless Gray (Flickr)

 

MaïnaFoto: Thanh Nguyen (Flickr)

 

Perspective Plays - Salar de UyuniFoto: Sagie (Flickr)

Also, nicht in die Langeweile reinfallen und alles von der stehenden Position fotografieren. Da sieht nämlich alles gleich aus. Probiere ein bisschen herum und ändere deine Perspektive. Dafür brauchst Du keine spezielle Kamera, es geht auch mit dem Smartphone! Du wirst sehen es ist ziemlich spannend und du entdeckst ganz neue Fotos!

Hast Du auch Fotos mit lustigen oder interessanten Perspektiven gemacht? Zeige sie hier!Oder hast Du schon diese Technik benutzt und hast Tips dazu? Her damit!

Everything we hear is an opinion, not a fact. Everything is a perspective, not the truth. Marcus Aurelius

Für Männer: wie man gut auf Fotos aussieht

Es scheint dass sich Frauen oft mehr Gedanken darüber machen wie man auf Fotos gut aussehen kann. Mein Post 5 Regeln um schlänker & besser auf Fotos auszusehen war der absolute Renner letztes Jahr.

Ich erlebe oft auf Fotoshootings, dass Männer dann etwas hilflos vor der Kamera stehen weil sie keine Ahnung haben was sie jetzt tun sollen und wohin mit den Händen. Ein Männershooting kann übrigens für Fotografen auch eine Herausforderung werden. Aber keine Sorge Jungs! Hier kommt Eure Rettung. Es ist nämlich ganz einfach. Man muss nur ein paar Regeln befolgen, und wichtig wie immer: Übung macht den Meister. Also, here we go:

1. Arme verschränken

Wenn Ihr nicht wisst wohin mit den Händen, einfach Arme kreuzen. Sieht automatisch männlicher (und attraktiver) aus. Aber Achtung! Nicht strammstehen wie der Hauptmann von Köpenick, wir sind hier nicht im Militär. Schön locker bleiben und die Arme nicht vor der Brust kreuzen, sondern so tief wie möglich vor dem Bauch. Hier ein paar Beispiele:

posing men1

 

Bildschirmfoto 2014-03-23 um 13.34.17

 

2. Hände in die Hosentasche

Meistens ist es ja so dass man nicht weiss wohin mit den Händen und da hilft die nächste Variante von „Hände verstecken“. Einfach in die Hosentasche. Beide Hände oder nur eine Hand, am liebsten man probiert beides aus so ist man sicher dass ein guter Shot darunter ist. SEHR WICHTIG: Bei dieser Stellung muss man das Gewicht auf ein Bein verlagern. Sonst sieht das schon zu „machomässig“ aus. Auch hier wieder NICHT ALLZU GERADE STEHEN:

posing men 2

Bildschirmfoto 2014-03-23 um 13.53.30

 

3. Tipp für die Fotografen

Bei Männer wie bei Frauen gilt dasselbe. Man versucht sie möglich natürlich und spontan auf ein Foto einzufangen. Am besten kriegt man das hin wenn man die Männer irgendwie beschäftigt. Sie sollen sich den Kragen zurecht ziehen, oder den unteren Jackenknopf öffnen. Oder was auch ziemlich gut klappt ist, wenn man ihnen sagt sie sollen sich das Kinn kratzen. Und dann gilt für den Fotografen SCHNELL knipsen, damit diese spontane Bewegung eingefangen wird.

posing men 3

posing men 5

 

Bildschirmfoto 2014-03-23 um 13.58.12

 

Hast Du dich auch schon unwohl vor der Kamera gefühlt, woran lag es?

 

{Die Fotoschule} Komposition

Liebe Blogleser,

Heute möchte ich Euch einen gaaanz einfachen Tipp für bessere Fotos geben: die Drittel-Regel. Meiner Meinung nach die am meisten unterschätzte Kompositions-Regel die es gibt. Ihr werdet bald sehen, wenn man sie anwendet werden die Fotos plötzlich viel besser.

Oft machen wir beim Fotografieren den Fehler alles zu zentrieren, alles in die Mitte zu setzen. Die Drittel-Regel besagt, dass man das Objekt NICHT in die Mitte des Bildes setzt, sondern auf einem Drittel des Bildes platziert. Alles was ihr tun müsst ist:

Bevor ihr ein Foto macht, teilt das Bild gedanklich in drei gleich grosse Teile auf (Senkrecht oder Waagrecht, spielt keine Rolle):

Drittel Regel

Dann platziert das gewünschte Objekt (oder das was das Interesse ziehen soll) auf eine dieser imaginären Linien, etwa so:

Drittel Regel Linie

Und das beste ist, Ihr könnt bei praktisch allen Smartphones und Kameras die Hilfslinien für die Drittel-Regel aktivieren. Das hilft vorallem am Anfang, denn es braucht etwas Übung. Aber nach kurzer Zeit sieht man die Linien automatisch.

Hier ein paar Beispiele aus Flickr mit Fotos die die Drittel-Regel befolgen:

 

Nov 3 The Rule of Thirds

 

 

ALL THINGS BEING EQUAL.....

 

Portrait

 

shell

 

Following The Rule

 

Rule of Thirds- Horizontal

 

Simplicity

 

 

 

Largo

 

Beet Sandwich

 

Die beste Kamera ist die, die man bei sich hat.

Wie man wundervolle {Bokeh} Bilder macht

In der Fotografie geht es oft um Licht und das Verhältnis zwischen Schärfe und Unschärfe. Bokeh kommt vom Japanischen und heisst „unscharf“ oder „verschwommen“. Und die Weihnachtszeit ist perfekt für schöne Bokeh-Weihnachtslichter-Fotos, wo unscharfe Weihnachtslichter zu sehen sind. Ihr habt diese Art von Fotos sicher schon hundert Mal gesehen, jetzt wisst ihr auch wie diese Technik heisst. Diese Bilder erzeugen solch eine Wärme! Ich liebe sie:

christmas bokeh

 

Und die gute Nachricht ist, es ist gar nicht so schwer solche Fotos zu machen. Mit etwas Übung kann jeder mit einer Spiegelreflexkamera diese Bilder schiessen. Es ist sogar eine sehr gute Übung für jemand der seine DSLR Kamera besser kennenlernen will.

Christmas Tree-keh (HBW)

Alles was man dazu tun muss, ist die Blende möglichst offen zu haben um die Schärfentiefe zu erzeugen, die hier diese wunderschönen Bilder kreiert. Wenn ihr also eine Canon habt, wählt den Modus „AV“ (bei Nikon den Modus „A“) und stellt eine möglichst F-Zahl ein. Dies kann je nach Objektiv bis zu 1.2 herunter. Probiert’s einfach mal aus.

Caroline bokeh

Merry Christmas (Bokeh)

 

Am besten man hat auch etwas im Vordergrund was man scharf stellen kann, dann ist es angenehmer für das Auge.

Belle Christmas Bokeh

Sobald man mit Bokeh schon etwas geübt hat, kann man den nächsten Schritt wagen: Bokeh in Formen. Dazu muss man einfach aus schwarzem Karton eine Abdeckung für das Kamera-Objektiv basteln, wo in der Mitte ein Herz oder ein Stern oder was ihr auch immer wollt ausschneiden.

Shaped Bokeh Test

Shaped Bokeh

Love a Good Buzz - 347/365

 

DIY Musical Bokeh
Christmas Bokeh

 

Hier mehr schöne Beispiele von Bokeh:

Letters to Santa
Timmy
Christmas time
IMG_6928a
LOVE 10/50

Alle Fotos von Flickr.