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Drei Rezepte für den 1. August und mein Lieblingswort auf Schweizerdeutsch

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Dieses Wochenende ist für die meisten Schweizer ein verlängertes Wochenende, denn wir feiern am 1. August den Nationalfeiertag. Da es dieses Jahr auf einem Montag fällt, werden wir es schon am 31. Juli zusammen mit Freunden feiern und -sofern das Wetter es zulässt- grillieren.

Eines der vielen Eigenschaften der Schweiz ist das Schweizerdeutsch. Unsere Mundart, die so unterschiedlich ist, dass man vom Gesprächspartner gleich die Ortschaft oder zumindest die Region erkennen kann, ist doch etwas Schönes. Niemand weiss wie viele unterschiedliche Dialekte es vom Schweizerdeutschen gibt, aber es sind viele. Ich persönlich mag vorallem Bündner und Walliser Dialekt, obwohl ich manchmal Mühe habe sie zu verstehen, aber das macht nichts.

Es gibt keine standardisierte Rechtschreibung, und keine Zukunftsform. Wenn wir also WhatsApp oder persönliche E-Mails auf Schweizerdeutsch schreiben, machen wir das nach Gefühl, so wie es für uns richtig klingt. Wir sind so vielfältig wie unser Dialekt, jeder eine Welt für sich, und doch gehören wir alle irgendwie zusammen.

Heute habe ich drei Ideen für den 1. August für euch vorbereitet: süss, salzig und einen Drink.

Süss: Schweizer Kreuz aus Blätterteig und Erdbeeren

Alles was man dazu braucht ist:

Eine Packung Blätterteig
250g frische Erdbeeren
Philadelphia
Ein Päckchen Vanillezucker
Die abgeriebene Schale einer Zitrone
1 Ei

Den Ofen auf 200 Grad vorheizen. Den Blätterteig dünn auswallen und in Schweizerkreuzform ausschneiden. Ich hatte keine Form, sondern habe es mit einem scharfen Messer von Hand gemacht (geht ganz einfach). Das Kreuz sollte nicht allzu klein ausfallen, sondern ca. 10cm gross sein. Alle Kreuze auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und mit einer Gabel in den Teig einstechen. Philadelphia mit Vanillezucker und die abgeriebene Zitronenschale gut mischen, und diese dann vorsichtig auf die Schweizerkreuze streichen. Die Erdbeeren klein schneiden und ebenfalls auf die Schweizerkreuze verteilen. Anschliessend das Ei verquirlen und die Ecken der Kreuze damit bestreichen. Für 12 Minuten im Ofen backen und rausnehmen.

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Salzig: Kleine Maikäferchen

Dazu braucht ihr:

Runde Kekse (in meinem Fall „Ritz“)
Philadelphia
Cherry Tomaten
Schwarze Oliven (entsteint)
Thymian oder Schnittlauch

Die Ritz-Kekse mit dem Philadelphia bestreichen, Cherry Tomate halbieren und drauf legen. Die Olive vorne drauf legen und die Kräuter (Thymian oder Schnittlauch) sind die Fühler vom Maikäferchen.

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Drink

Was ihr dazu braucht:

1 Flasche Champagner oder Prosecco
1 Tasse Blaubeeren
1 Tasse Zucker
1 Tasse Wasser
Thymian Blätter und Brombeere zur Deko

Die Blaubeeren zusammen mit dem Zucker und das Wasser in einem Topf 10 Minuten lang kochen und dabei immer rühren. Mit einer Gabel die Blaubeeren zerdrücken und dann zum Abkühlen zur Seite stellen.

Ein Glas bis zur Hälfte mit Champagner füllen, der Rest mit dem Blaubeeren-Sirup auffüllen. Hier kommt es vorallem auf den Geschmack darauf an. Ich mag die Drinks etwas süsser und deshalb war für mich 50% Prosecco und 50% Sirup die beste Kombination. Wer es gerne etwas weniger süss mag kann es natürlich anders mischen. Brombeere und Thymianblatt als Deko hinzufügen

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Übrigens, meine Lieblingswörter auf Schweizerdeutsch sind Chrüsimüsi (Durcheinander) und Tüpflischiisser (was so etwas wie kleinlich heisst, oder Erbsenzähler).

Was sind deine Lieblingswörter auf Schweizerdeutsch?

Keine Lebensmittel im Müll: 6 Tipps gegen Food Waste

Less Food Waste

Vor ein paar Jahren habe ich mir vorgenommen weniger Abfall in der Küche zu generieren. Auf der einen Seite tat es mir weh wenn Lebensmittel im Abfall landeten, aber aufgrund schlechter Planung passierte mir das leider öfter. Innerlich höre ich immer meine Mutter rufen „es gibt so viele Kinder die hungern müssen…“ wenn ich meinen Teller nicht aufessen wollte. „Wir können das Essen ja sowieso nicht nach Afrika schicken“ – dachte ich mir dabei.

Heute weiss ich aber, dass Lebensmittelabfall für einen grossen Teil der Umweltverschmutzung verantwortlich ist. Die CO2 Bilanz der produzierten aber nicht konsumierten Lebensmittel beträgt 3.3 Gigatonnen! Insgesamt gehen ein Drittel aller Lebensmittel zwischen Feld und Teller verloren. Das muss man sich zuerst irgendwie vorstellen können: 1/3 von allen Lebensmittel landen im Müll. Ist das nicht traurig?

Wäre Lebensmittelabfall ein Land, wäre es in CO2 Emission gleich hinter China und der USA. So quasi Spitzenreiter. Dies abgesehen von der Tatsache, dass wir Wasser und Land für die Produktion von Lebensmittel verschwenden, die im Abfalleimer enden werden.

Schliesslich ist es aber nicht nur die Umwelt, sondern auch unser Geldbeutel, der darunter leidet. Weniger Essen im Abfall entlastet also auch ganz klar unser Haushaltsbudget. Für mich ist das eine klare Win-Win-Situation und deshalb versuche ich mein Bestes um möglichst wenig Lebensmittel in den Abfall zu werfen.

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Ich möchte aber hier nicht den Moralapostel spielen, selbstverständlich habe ich auch nicht die endgültige Lösung für dieses Problem. Eine Zero Waste Lösung wäre für mich momentan unrealistisch, und deshalb strebe ich eher eine Less Food Waste Lösung an. Ich meine, wenn jeder von uns ein bisschen weniger wegwirft, ist das doch schon etwas, oder?

Hier möchte ich mit euch meine Tipps teilen, wie es mir in den letzten 2-3 Jahren gelungen ist, weniger Lebensmittel wegzuwerfen. Vielleicht könnt ihr das eine oder andere für euch nutzen.

1. Öfter einkaufen

Früher ging ich nur 1x pro Woche einkaufen, heute gehe ich alle 2-3 Tage. Der Grund dazu ist, dass wir zu Hause am Samstag nicht wissen worauf wir am Mittwoch Lust haben. Also lassen wir es solange offen, bis 1-2 Tage vorher, und ich gehe erst dann einkaufen.

2. Mengen beachten

Beim Kochen die Mengen richtig einzuschätzen ist nicht einfach, aber reine Übungssache. Ich habe meine Mengen herausgefunden, und sollte jemand wider Erwarten mehr Hunger als sonst haben, kann er sich ja ein Stück Brot dazu nehmen.

Auch beim Einkaufen achte ich mich auf die Mengen und kaufe möglichst zurückhaltend.

3. Haltbarkeitsdaten sind nicht in Stein gemeisselt

Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Verpackung ist nur ein Vorschlag, und die Industrie setzt es mit Absicht früher, damit sie auf der sicheren Seite sind. Das heisst aber nicht, dass man es nach diesem Datum nicht mehr essen kann.

Hier ist gesunder Menschenverstand gefragt.  Sehen, riechen, probieren. Wenn es noch gut aussieht und schmeckt, dann spreche ich Homer Simpson nach: „Das ist noch gut, das kann man noch essen!“

4. Resten verwerten

Wenn der Kühlschrank schon langsam leer wird, kontrolliere ich was noch übrig bleibt und versuche ein Menu damit zu planen. Für Restenverwertung wunderbar geeignet sind Pizza, Pasta, Omelettes, Reis, Suppen oder Smoothies. Paniermehl aus altem Brot, Marmelade aus reifen Früchten, usw.

Hier musst du herausfinden was für dich am besten funktioniert. Paniermehl aus altem Brot, Tee aus Orangenschalen, usw.

Vorallem beim Backen kann man vieles wieder verwenden. Wusstest du z.B. dass du die gebrauchten Vanillestengel in eine Dose mit Zucker verpacken kannst, und dieses Zucker danach als Vanillezucker verwenden kannst?

Rohe Früchte- und Gemüseresten oder Schalen die du nicht brauchst lieber kompostieren als in den Eimer werfen.

5. Lustiges Gemüse und komische Früchte kaufen

Gemüse und Früchte müssen nicht immer perfekt aussehen. Bei uns im Lebensmittelladen gibt es einen Korb mit „inperfektem“ Gemüse. Die Qualität ist einwandfrei und es kostet nur halb so viel, es sieht einfach etwas komisch aus: zwei Karotten aneinander gewachsen, eine zu lange Paprika die aussieht wie eine Riesen-Chilischote, usw.

6. Einfrieren

Wenn du merkst dass du Früchte oder Gemüse nicht rechtzeitig verwenden kannst bevor sie kaputt gehen, kannst du sie schälen, schneiden, und einfrieren.

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Hast du auch gute Tipps wie wir weniger Lebensmittel wegwerfen? Oder kennt jemand eine gute Webseite für Restenverwertung?

Nachträglich editiert: Wenn du mehr darüber lernen willst, schau dir die Doku „Taste the Waste“ von Valentin Thurn.

Das schönste Frühlingsfest

Liebe Blogleserin, lieber Blogleser,

Letzte Woche fand wieder das alljährliche Mexikanische Frühlingsfest von Ticalli statt. Es war wunderbar (wie immer). Wir gehen jedes Jahr hin und sind mittlerweile schon Teil vom Event-Team, bestehend aus Freunde und Helfer.

Das Essen ist einfach köstlich: hausgemachte typisch mexikanische Gerichte. Über mexikanisches Essen habe ich HIER schon einmal geschrieben, inklusive easy-peasy Rezept für Guacamole. Am Ticalli-Fest ist das Essen einfach köstlich: hausgemachte typisch mexikanische Gerichte.

Meistens überfresse ich mich dermassen, dass ich mich dann zwei Tagen aus Fencheltee ernähren muss. Aber nicht dieses Mal! Denn dieses Mal war ich als offizielle Fotografin engagiert und hatte somit alle Hände voll zu tun.

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Und auf dem Bild oben, sieht man der feinste Pozole den es je gab. Für diejenigen die es nicht kennen, ist Pozole eine Art Eintopf/Suppe, mit Maiskörner, Hühnerfleisch, Kichererbsen, und je nach Region vieles vieles mehr.

Nachdem man den Magen mit all diesen feinen Gerichten gefüllt hat, kann man sich zurücklehnen und in aller Ruhe die Show geniessen. Eine Tanzaufführung in farbenfrohen Kleidern und zu klangvoller Musik. Insgesamt sind drei Generationen auf der Bühne.

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Und sogar Säbel wurden in die Luft geworfen, um sie dann, in geübter Manier (und zum Trost aller Zuschauer aus der ersten Reihe) wieder eingefangen.

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Wenn also das Sparschwein noch nicht dick genug für die Mexiko-Ferien ist, einfach den Termin für das nächste Ticalli-Fest nicht verpassen. Das ist wie Mexiko-Ferien. Nur halt etwas kürzer. Wer Bescheid wissen möchte wann es wieder so ein schönes Fest gibt, kann Fan auf Facebook werden, und bleibt so up-to-date.