Ich mag Small Talk. Ich verstehe nicht warum es immer so einen schlechten Ruf hat. „Tiefgründige Gespräche“ sollte man halten! Ja keine Oberflächlichkeiten!

Aber wir alle haben unsere sozialen Ängste, und wenn jemand frei davon ist und ganz ungehemmt in einer fremden Gruppe über alles reden kann, dann bewundere ich diese Person. In der Zwischenzeit rede ich im Namen aller gesellschaftlichen Soziophoben wie mich. Oder auch nur für mich alleine.

Denn am Anfang ist ja zuerst der Augenkontakt. Der ist für mich kein Problem. Aber dann: Nur winken oder doch näher treten und richtig Hallo sagen? Händeschütteln oder Küsschen? Und wenn Küsschen wie viele? Drei, zwei?

Small Talk wirkt nach all diesen ungemütlichen Kleinigkeiten wie Balsam auf der Seele. Es gibt uns etwas Zeit und Raum sich auf das Gegenüber einzustellen.

Ich kann fragen „Wie geht es dir?“ und kann damit rechnen dass mein Gegenüber zu 99% mit „Gut“ antworten wird. Sogar wenn ich weiss, dass das vielleicht nicht stimmen mag. Das ist keinesfalls Desinteresse, aber in diesem Moment sind wir einfach zwei Menschen, die sich gegenseitig langsam herantasten.

Wenn ich über das Wetter rede ist das einerseits höflich aber auch ein bisschen distanziert. Und das ist anfänglich OK. Man kann ja nicht zu jemanden hingehen und gleich alle seelische Innereien auskotzen. Reden wir also über den Job, die letzten Ferien, oder wie stark diese Cocktails gerade sind.

Wenn der Small Talk dann richtig gut läuft, kann man gerne auch etwas in die Tiefe gehen. Oder eben auch nicht. Manchmal ist Small Talk alles was man braucht.

Übrigens sind bestimmte Themen im Small Talk tabu, weil man sich sonst auf ein gefährliches Minenfeld begeben würde. Wie damals, als mein Mann einer guten Freundin bei der Begrüssung fragte in welchem Monat sie sei, und sie darauf antwortete „In keinem, wir waren nur in Italien in den Ferien und ich habe etwas zu viel gegessen“. Hach, der Klassiker schlechthin. (Er wird übrigens heute noch rot wenn er sich daran erinnert).

Small Talk will gelernt sein. Aber wer es einmal beherrscht, kann auch neuere Themen entwickeln und damit das Small Talk etwas aufmischen:

Was ist deine Lieblingssorte Eis?
Wenn du ein Gemüse verbieten könntest, welches wäre es?
Bist du eher Morgenmensch oder Nachteule?
Wann hast du das letzte Mal etwas ganz verrücktes gemacht?
Kennst du Grumpy Cat?

Und klar, wir alle waren schon in einem allzu small Small Talk gefangen, aber ich würde behaupten, das ist weil entweder mein Gegenüber oder ich selbst uninteressiert war. Aber das ist ja auch nicht so schlimm. Da kann man sich ja auch schnell wieder aus dem Staub machen, und nichts ist passiert.

Und wie ist es bei euch? Small Talk ja oder nein?

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2 comments on “Why I love Small Talk”

  1. Ich mag small talk- denn daraus haben sich schon viele nette Gespräche entwickelt. Ich habe aber auch keine Hemmungen zu Fragen… nicht nur nach dem Befinden, dem Cocktail oder dem Wetter 🙂
    Und wenn man nicht warm wird, dann zieht man eben weiter.
    Danke für Deinen Kommentar heute bei mir!
    Liebe Grüße Bine

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