Personal

I’m back!

Über 2 Jahre sind seit meinem letzten Blogbeitrag vergangen. Und ich würde lügen wenn ich sagen würde dass ich es nicht vermisst habe. Voller Sehnsucht habe ich mein Blog wieder und wieder besucht und wehmütig Blogposts gelesen.

Mein Leben hat in diesen zwei Jahren eine 180 Grad Wendung gemacht und das brauchte eine Pause. Eine langjährige Ehe ging zu Ende und das war traurig, hat aber auch eine Art Aufbruchstimmung initiiert. Eine Chance für einen Neuanfang. Der junge Mann ist mittlerweile ein Teenager und ich arbeite wieder voll in meinem Beruf. Ich brauche wieder meine kreativen Hobbies. Deshalb wird es hier ab und zu das eine oder andere Rezeptchen oder DIY Projekt geben. Gibt es etwas was ihr euch unbedingt wünscht?

Was ich schon mal sagen kann. Es wird nicht mehr so häufig und so regelmässig Blogbeiträge geben, sondern eher ab und zu und je nach Zeit und Lust. So bleibt der Spass am Hobby schön bestehen.

Was ich gemerkt habe ist, die Bloggerwelt hat sich in letzter Zeit radikal verändert. Blogartikel, die etwas magisches zwischen Tagebuch und Lifestyle-Magazin waren, werden jetzt als „zu lange“ empfunden und verschieben sich mehr und mehr zu Instagram-Posts mit mini Kurzanleitungen oder Videos, und wenn man sich wirklich was traut, dann gründet man sogar ein Youtube-Kanal.

Aber gerade das Langsame ist doch der wunderschöne Ausgleich zum hektischen Alltag! Und zum Glück gibt es noch einige Blog-Koryphäen (Lieblingsblogger!) die immer noch bloggen, die ihre kreative Ecke beibehalten. Trotz Instagram-Youtube-Hektik-Hype. Und wenn ich eine Inspiration für einen Adventskalender brauche, gehe ich immer gerne zu Valeria und stöbere ihre Adventskalender-Projekte durch. Oder wenn ich mal ein Game-Abend plane, lese ich mir die Brettspiele-Reviews von Steff durch. Und das sind nur einige davon!

So und jetzt teile ich euch meine Herbst-Bucketlist für dieses Jahr:

  1. Pumpkin Spice Latte
  2. Waldpsaziergänge (done!)
  3. Apfelkuchen backen
  4. Kürbis Ausstellung besuchen
  5. Cremige Kürbissuppe (hausgemacht!)
  6. Mindestens 3 Bücher lesen (Vorschläge?)
  7. Duftkerzen!
  8. Adventskalender für mein Patenkind machen
  9. Neue Rezepte mit Marroni (Kastanien) ausprobieren
  10. Bullet Journal weiterführen (erst grad damit angefangen)

In diesem Sinne: ein schöner Herbst wünsche ich Euch!

 

Life Lately | Ja ich lebe noch

Der Juni ist da! Mein absoluter Lieblingsmonat (weil ich da Geburtstag habe). Im Mai war ich in Ecuador und wie jedes Mal schüttelt es mich komplett durch. Ich verbinde so viele Kindheits- und Jugenderinnerungen, dass ich danach für ein paar Wochen einfach ganz Platt bin von so vielen Eindrücken.

Ausserdem waren wir nur zwei Wochen dort, und meine Tage waren voll gestopft mit Termine und Arztbesuche meiner Mutter. Keine schlechten Nachrichten zum Glück, aber es war halt wirklich etwas nervenaufreibend. Trotz allem konnten wir aber 4 Tage am Strand geniessen, schön ruhig weil ausserhalb der Hauptsaison. Danach wieder 22 Stunden zurück fliegen und am nächsten Tag zur Arbeit gehen. Ich brauchte also schon ein bisschen Ferien von den Ferien.

In knapp zwei Wochen geht es für mich mit einer Gruppe cooler Frauen nach Hamburg. Ich war bisher noch nie in Hamburg und freue mich sehr darauf, weil ich schon viel Gutes gehört habe. Falls jemand gute Tipps für Hamburg hat, bitte unbedingt melden. Was sollen wir  unbedingt sehen? Was sollte ich auf keinem Fall verpassen?

Aber vorher ist noch mein Geburtstag! Und das werden wir ganz ruhig in Familie feiern. Vom grossen Mann gibt es ein gaaaanz tolles Geschenk (zeig ich euch dann über Instagram-Stories), und vom jungen Mann gibt es sicher etwas Handgemachtes ♥. Ausserdem gehen wir Pizza essen (Yaaayy!!).

Also ihr seht schon, der Juni wird grandios!

 

Warum ich Small Talk liebe | Wir kommen ins Gespräch

Ich mag Small Talk. Ich verstehe nicht warum es immer so einen schlechten Ruf hat. „Tiefgründige Gespräche“ sollte man halten! Ja keine Oberflächlichkeiten!

Aber wir alle haben unsere sozialen Ängste, und wenn jemand frei davon ist und ganz ungehemmt in einer fremden Gruppe über alles reden kann, dann bewundere ich diese Person. In der Zwischenzeit rede ich im Namen aller gesellschaftlichen Soziophoben wie mich. Oder auch nur für mich alleine.

Denn am Anfang ist ja zuerst der Augenkontakt. Der ist für mich kein Problem. Aber dann: Nur winken oder doch näher treten und richtig Hallo sagen? Händeschütteln oder Küsschen? Und wenn Küsschen wie viele? Drei, zwei?

Small Talk wirkt nach all diesen ungemütlichen Kleinigkeiten wie Balsam auf der Seele. Es gibt uns etwas Zeit und Raum sich auf das Gegenüber einzustellen.

Ich kann fragen „Wie geht es dir?“ und kann damit rechnen dass mein Gegenüber zu 99% mit „Gut“ antworten wird. Sogar wenn ich weiss, dass das vielleicht nicht stimmen mag. Das ist keinesfalls Desinteresse, aber in diesem Moment sind wir einfach zwei Menschen, die sich gegenseitig langsam herantasten.

Wenn ich über das Wetter rede ist das einerseits höflich aber auch ein bisschen distanziert. Und das ist anfänglich OK. Man kann ja nicht zu jemanden hingehen und gleich alle seelische Innereien auskotzen. Reden wir also über den Job, die letzten Ferien, oder wie stark diese Cocktails gerade sind.

Wenn der Small Talk dann richtig gut läuft, kann man gerne auch etwas in die Tiefe gehen. Oder eben auch nicht. Manchmal ist Small Talk alles was man braucht.

Übrigens sind bestimmte Themen im Small Talk tabu, weil man sich sonst auf ein gefährliches Minenfeld begeben würde. Wie damals, als mein Mann einer guten Freundin bei der Begrüssung fragte in welchem Monat sie sei, und sie darauf antwortete „In keinem, wir waren nur in Italien in den Ferien und ich habe etwas zu viel gegessen“. Hach, der Klassiker schlechthin. (Er wird übrigens heute noch rot wenn er sich daran erinnert).

Small Talk will gelernt sein. Aber wer es einmal beherrscht, kann auch neuere Themen entwickeln und damit das Small Talk etwas aufmischen:

Was ist deine Lieblingssorte Eis?
Wenn du ein Gemüse verbieten könntest, welches wäre es?
Bist du eher Morgenmensch oder Nachteule?
Wann hast du das letzte Mal etwas ganz verrücktes gemacht?
Kennst du Grumpy Cat?

Und klar, wir alle waren schon in einem allzu small Small Talk gefangen, aber ich würde behaupten, das ist weil entweder mein Gegenüber oder ich selbst uninteressiert war. Aber das ist ja auch nicht so schlimm. Da kann man sich ja auch schnell wieder aus dem Staub machen, und nichts ist passiert.

Und wie ist es bei euch? Small Talk ja oder nein?

Die schönste Fasnacht der Schweiz: die Luzerner Fasnacht in Bildern

Wer mich auf Instagram folgt weiss, ich war gestern in Luzern an der Fasnacht. Ich liebe die Fasnacht seit ich ein kleines Kind bin. Hier in Zürich wird sie ja nicht wirklich gefeiert, also gehe ich jedes Jahr mindestens für einen Tag nach Luzern um mich dort unter die Leute zu mischen, und die Fasnachts-Atmosphäre einzuatmen.

Es gibt so schöne und kreative Masken und Verkleidungen, das ich jedes Mal staune wie sie das hinkriegen. Aber ein echter Luzerner Fasnächtler bereitet sich im normalfall auch Monate im Voraus für dieses Ereignis vor.

Für mich ist die Fasnacht gleichzeitig auch der Abschied vom Winter. Der Lärm und die Verkleidungen sind ja eigentlich da um die kalten Temperaturen und die winterlichen Dämonen zu vertreiben. Allerdings war gestern von Winter nicht die Rede, wir hatten frühlingshafte 17 Grad!

Jedes Jahr überlege ich mir die ganze Woche für die Fasnacht frei zu nehmen, aber erstens wäre das eine ganze Woche Ferien die mir sonst woanders fehlt, und zweitens übersteht man das ja nur mit einer Menge Alkohol. Und ich trinke ja nicht.  Also war ich dort, habe mitgefeiert und getanzt, und ging dann wieder schön früh nach Hause. Ich bin halt ein ganz Braves.  😉

Hier meine Schnappschüsse von gestern:

Wer von euch mag Fasnacht (Karneval, Fasching, etc) auch? Oder überhaupt nicht?

{Organspende} Leben ist Teilen

Ich versuche immer die Perspektive vor Augen zu behalten, dass wir ein sehr privilegiertes Leben führen. Wenn wir meckern und nörgeln, tun wir das so quasi auf hohem Niveau. Alles in allem geht es uns ja hervorragend.

Da gibt es andere Menschen um uns herum, die haben richtige Probleme. Sie haben nichts schlechtes oder falsch gemacht, sie haben aber einfach ein krankes Organ und brauchen zum Überleben eine neue Leber, eine Niere oder ein Herz. Konkret sind das in der Schweiz ca. 1’400 Menschen.

In der Schweiz warten 1’400 Personen auf ein Spenderorgan.

Diese Zahl muss man sich zuerst vorstellen können. In jedem einzelnen dieser Menschen sind der Bruder, die Tochter, oder die Mutter von jemandem. Versetzen wir uns eine Minute lang in ihre Lage, und denken darüber nach was es heisst, wenn das eigene Leben von einem Spenderorgan abhängig ist. Ein beklemmendes Gefühl.

In Österreich, Italien, Spanien oder die skandinavischen Ländern, ist jeder Bürger automatisch ein Organspender, ausser er untersagt es ausdrücklich. Wer also nicht spenden will, muss das schriftlich festlegen.

Nicht so in der Schweiz. Hier muss man seine Zustimmung schriftlich abgeben, indem man ein Spenderausweis oder Spenderkarten für das Smartphone mit einem «Ja» oder «Nein» zur Organentnahme ausfüllt.

Und hier kommt das Problem. Die meisten Menschen die ich kenne, sind zwar für eine Organspende, aber die wenigsten haben einen Spenderausweis ausgefüllt. Denn das setzt voraus, dass man aktiv etwas tut für den Fall wenn man im Sterben liegen würde. Und niemand denkt gerne über den eigenen Tod nach.

Oft wissen nicht einmal Familienangehörige wie man zum Thema Organspende steht. Wenn es dann soweit ist, entscheiden sie sich deshalb dagegen.

Bitte versteht mich nicht falsch. Es geht mir nicht darum, dass man Organspender sein muss. Jeder muss das für sich selbst entscheiden. Aber wenn es jemand sein will, bitte unbedingt die Spenderkarte ausfüllen. Wir können damit viele Leben retten!

HIER ist der Link dazu.

Und wer schon dabei ist, kann sich gleich auch für die Knochenmark-Spende entscheiden, Link HIER.

#lebenistteilen

{Accepting compliments is loving yourself} Warum Komplimente annehmen so wichtig ist

Mir wurde letztes Jahr bewusst, wie selten ich Komplimente annehme. Wenn mir jemand ein Kompliment macht, gebe ich immer eine Ausrede oder eine Erklärung als Antwort, warum ich dieses Kompliment nicht würdig bin.

Wenn jemand zum Beispiel sagt „Hey, tolle Frisur!“ Würde ich antworten mit „Oh, ich muss unbedingt meine Haare schneiden, sie sind viel zu lang“.

Oder wenn jemand sagt „Ich liebe deine Schuhe!“ antworte ich mit „Och, die sind von Zara, waren so günstig“.

Ich setzte damit immer das Kompliment gleich wieder ausser Kraft. Aber warum bloss? Wie traurig ist das denn! Jemand macht mir ein Kompliment und ich schiesse es gleich wieder ab und gebe tausend Gründe warum ich es nicht annehmen kann?

Irgendwie bekloppt, den ich bezeichne mich als eine erwachsene, selbstbewusste Frau, mit beiden Beinen im Leben und genug Erfahrung am Rücken, als dass ich ein Kompliment hinnehmen könnte.

Irgendwie hat das etwas mit falscher Demut zu tun. Vielleicht wurden wir so erzogen, oder vielleicht haben wir das einfach angelernt, von unseren Eltern, oder besser gesagt von unseren Müttern. Denn eine nicht-representative Studie von mir hat aufgezeigt, dass es hauptsächlich Frauen sind, die so eine Antwort geben.

Männer sind viel besser im Komplimente annehmen, und da können wir uns eine Scheibe von ihnen abschneiden. Testet es mal selbst. Macht euren Freundinnen, Schwester oder Arbeitskolleginnen ein Kompliment, und beobachtet was sie als Antwort geben. Dann macht dasselbe mit den Männern.

Ich habe mir vorgenommen Komplimente ohne Ausreden anzunehmen, und es braucht so viel Überwindung. Erstens, weil die Ausreden schon automatisch aus meinem Mund kommen, bevor ich es überhaupt überlege. Aber auch weil es echt schwer ist einfach lächeln und „Danke“ zu sagen, ohne weitere Ausführungen von falscher Demut.

Einmal habe ich gelesen, ein Kompliment ist im Grunde genommen wie ein Geschenk. Wenn mir jemand ein Geschenk macht, würde ich es ja auch nicht ablehnen oder hundert Gründe geben warum ich es nicht annehmen kann. Das wäre auch unhöflich. Nein, ich würde mich freundlich bedanken und darüber freuen.

Dasselbe versuche ich jetzt mit Komplimente. Wie alles andere im Leben, ist es halt Übungssache. Je öfter man es versucht, desto einfacher wird es jedes Mal. Und wisst ihr was? Ein Kompliment wirkt Wunder, wenn man es zulässt. Es ist wie ein Motivationsschub von Innen, es zeichnet ein Lächeln ins Gesicht.

Und wie ist es bei euch: seid ihr Profis im Komplimente annehmen?

Oder gebt ihr auch tausend Gründe sie nicht zu verdienen?

 

Ein paar Worte zur Jahreswende | Das 2017 wird langsamer

2016 war das Jahr meines Blog-Comebacks nach einem Jahr Pause. Nachdem ich im 2015 ein Blog-Burnout hatte, nahm ich mir ganz fest vor, nur noch zu bloggen wann und worauf ich Lust habe. Das ist mir auch ziemlich gut gelungen.

Allerdings muss ich das ergänzen, denn oft fehlte es nicht an der Lust sondern an der Zeit. Ideen hätte ich viele, aber für die Umsetzung brauche ich manchmal Tage mit 30 Stunden Sonnenlicht (für die Fotos!). Oder wenn ich dann doch etwas Zeit habe, will ich entweder Sport machen, Freundinnen treffen, usw. Das Leben halt. Und ein Blog nach Checkliste, will ich einfach nicht. Einfach 2-3 Mal pro Woche posten, weil es sein muss, macht für mich absolut keinen Sinn. Weil es ja eben ein Hobby-Blog ist.

Dieser Blog hat sich nach der Blogpause etwas verändert und widerspiegelt nun noch mehr meine Interessen und Hobbies. Deshalb findet man hier auch neuerdings Themen, für die ich brenne: wie z.B. Umwelt, Frauenrechte, Tierschutz, usw. Der Beitrag #WeAreWomenNotObjects zum Beispiel, war für mich gefühlstechnisch eines der wichtigsten Texte die ich je hier veröffentlicht habe. Für solche Themen brenne ich und deshalb wird es auch nächstes Jahr solche Beiträge geben. Denn es gibt so vieles worüber ich noch schreiben will.

Im 2016 hatte ich mir vorgenommen als Mensch weiter zu wachsen. Ich habe gelernt besser auf mich, mein Gefühl und mein Magen zu hören. Ich habe endlich Lebensmittel aus meinem Speiseplan gestrichen, die mir schon lange nicht gut taten. Lebensmittel die ich aber aus reiner Gewohnheit weiter gegessen habe. So banal wie das klingt, war das für mich tatsächlich eine kleine Revolution.

Im 2017 möchte ich mein Leben nicht im Marathontempo leben, weil ich dann aus lauter Hektik vergesse um mich herum zu schauen und den Moment zu geniessen. Ich will noch besser auf mich hören, was ich brauche. Ich will wieder mehr fotografieren, Bücher lesen, meditieren, mich weiterentwickeln und gesünder ernähren.

Deshalb möchte ich euch zum neuen Jahr ein Zitat von Will Durant schenken:

And last are the few whose delight is in meditation and understanding; who yearn not for goods, nor for victory, but for knowledge; who leave both market and battlefield to lose themselves in the quiet clarity of secluded thought; whose will is a light rather than a fire, whose haven is not power but truth: these are the men of wisdom, who stand aside unused by the world.  Will Durant

Ich wünsche euch im neuen Jahr alles Gute und viel Licht!

Eine Ode an die Langeweile

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Als Einzelkind war mir oft langweilig. Obwohl ich viele Freundinnen hatte und einige davon in derselben Gegend wie ich wohnten, mussten wir so quasi „Playdates“ abmachen, um ausserhalb der Schulzeiten miteinander zu spielen (Ecuador, ihr wisst schon).

Ich erinnere mich noch wie unendlich langweilig ich mich fühlte. Damals gab es noch keine 24-Stunden-Kinderfernsehen-Kanäle, kein Internet, kein iPhone. Nichts. Man musste sich irgendwie selbst beschäftigen.

Aus reiner Langeweile habe ich also angefangen zu lesen, in den Ferien 2-3 Bücher pro Woche. Aus Langeweile habe ich mir meine eigene Kartenspiele ausgedacht, Abenteuergeschichten geschrieben, Puppentheater gemacht, Klavierspielen gelernt, eigene Geheimsprachen erfunden. Aus Langeweile habe ich gebastelt, gemalt, gebacken. Als ich mal eine Ferienwoche bei meinen Grosseltern war und keine Bücher dabei hatte, las ich sogar die gesamte Bibel durch (altes und neues Testament!).

Rückblickend bin ich dankbar über diese Langeweile. Ich sehne sie mir richtig zurück. Heutzutage bleibt keine Zeit für Langeweile und Muße. Nicht nur weil man als erwachsene Person einfach mehr Verpflichtungen hat als während der Kindheit, sondern weil wir zur Unterhaltungsgesellschaft mutiert sind.

Wir können uns die ganze Zeit schön ablenken: TV, Laptop, iPad, iPhone, etc. laden uns förmlich ein auf Whatsapp, Facebook, Instagram und Pinterest zu gehen. Um zu sehen was die anderen so tun. Um nicht gelangweilt zu sein. Auf der Suche nach Inspiration. Glaubt mir, ich weiss wovon ich rede. Ich bin die Erste die das Handy zückt wenn gerade mal nichts ist.. Wenn ich an der Schlange stehe, im Wartezimmer, im Zug, oder im Restaurant während ich auf Freunde warte.

Manchmal funktioniert’s und ich bin interessiert. Manchmal gibt es mir viele Ideen für mein Blog. Für Home-Deco. Für Backprojekte. Doch sehr oft bin ich auch ganz einfach überwältigt von der unendlichen Menge an Eindrücke. Ich bin dann stundenlang auf Pinterest und alles was ich kriege ist einen Riesenfrust.

Ich möchte irgendwie alles auch tun, und doch habe ich gerade zwei Stunden verloren die Ideen zu „suchen“.  Das einzige was dann hilft, ist das Handy wegzulegen und einfach nichts tun. Nichts denken. Tee trinken.

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Ich bin überzeugt viele der grossen Erfindungen und Kunstwerke unserer Geschichte stammen aus einem Moment der Langeweile heraus. Wie zum Beispiel die Sonnenuhr. Wisst ihr wie sie erfunden wurde? Ein ägyptischer Hirte hatte sein Hirtenstab in den Sand gesteckt, und beobachtet wie sich mit der Zeit der Schatten bewegte. Wäre er abgelenkt gewesen, hätte er nie die Sonnenuhr erfunden!

Oder Einstein. Er war zwar ein Genie und hatte schon eine Idee der Relativitätstheorie im Kopf, aber erst seinen langweiligen Job im Berner Patentamt gab ihm die Zeit es fertig zu denken.

Deshalb möchte ich euch heute fragen wann ihr euch das letzte Mal so richtig gelangweilt habt. Erinnert ihr euch daran? Einfach da sein, nichts tun müssen. Tee trinken, in den Himmel schauen, kein Fernseher, Handy oder andere Ablenkungen. Wer weiss, vielleicht kommt ja nichts. Im schlimmsten Fall dient es euch als Erholung. Aber vielleicht kommen dann auch die ganz guten Ideen…. Versucht es doch mal und erzählt es mir, ok?

(Und wenn ihr Kinder habt und ihnen etwas Gutes tun wollt…lasst sie auch mal langweilen!)

We are #WomenNotObjects

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Eine nackte Frau räkelt sich lasziv im Fernsehen. Man sieht ihr Kopf nicht, nur ihren nackten Oberkörper. Eine männliche Hand hält ein Denim Aftershave in der Hand und spritzt ihr etwas davon zwischen ihre nackten Brüste.

Diese Werbung, die den Körper der Frau auf das Übelste zum Objekt degradiert, ist nicht etwa auf einem billigen Werbekanal kurz vor Mitternacht zu sehen. Nein, diese Werbung erschien während der Pause eines  Qualifikationspiels der Schweizer Nationalmannschaft, so ziemlich genau zur Prime Time um 20.15 Uhr. Auf einem Sender der von Steuergeldern mitfinanziert wird.

Da es ein entscheidendes Fussballspiel war, schauten es viele Menschen im Fernsehen. Auch Kinder, darunter mein damals 10-jähriger Sohn. Er schaute zu mir rüber mit einem fragenden Blick, und ich tat das, was ich immer tue, wenn ich nicht weiss wie ich reagieren soll. Ich erwiderte seinen Blick mit einem sanften Lächeln und tat als wäre nichts dabei.

Die ganze zweite Halbzeit verbrachte ich damit, mich zu fragen was ich tun sollte. Ernsthafte Diskussionen über Feminismus zu starten, oder doch fünf gerade sein lassen und hoffen dass ich mit gutem Vorbild voran ihm ein gesundes Frauenbild übermittle. Ich wählte Letzteres, und machte mir eine Gedankennotiz um es bei passendem Gesprächsthema doch noch kurz anzusprechen.

Ich fing an Werbung mit kritischem Blick zu analysieren. Und ihr glaubt nicht, was uns da für einen Haufen Müll aufgetischt wird.

Agent Provocateur zum Beispiel, zeigt gerne kopflose Frauen. Warum das Gesicht zeigen, ist ja nicht so wichtig.

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(Fotos aus dem IG Account von Agent Provocateur)

Glaubt mir, ich habe nichts gegen sexy Unterwäsche. Schon gar nicht gegen Sexyness. Jede Frau darf sich begehrenswert fühlen, sogar so ein Spielchen von Unterwerfung mag für einige sexy sein. Jedem das Seine. Aber muss es dann wirklich immer die halbnackte Frau (bzw Teenager) mit laszivem Blick sein? Come on.

OK, Agent Provocateur ist ja schliesslich ein Dessous-Label, da wird der eine oder andere sagen, da liegt es an der Hand, Frauen mit viel nackter Haut zeigen. Tja, wenn das so ist verstehe ich aber nicht so genau warum eine Schuh-Marke nackte Frauen zeigen muss:

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Und wenn man die kritische Brille aufsetzt, sieht man es plötzlich überall. Genau wie bei der Denim Werbung, wird beim Betrachter Aufmerksamkeit erzeugt, indem man den Körper einer Frau zum Objekt macht.

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Inwiefern sollte mich zum Beispiel so ein Bild ansprechen etwas zu kaufen:

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Wenn die Zielgruppe dann ziemlich eindeutig junge Teenager sind, habe ich richtig Mühe damit:

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„Love me, pick me, kiss me, try me!“ ??

Jean Kilbourne hat das Phänomen Frauen in der Werbung analysiert, und viele Bücher darüber geschrieben (ich kann euch den Vortrag „The dangerous ways ads see women“ ans Herz legen):

Turning a human being into a thing is almost always the fist step for justifying violence against them.

Umso mehr erfreut es mich eine Art Gegenbewegung zu beobachten. Am 11. Januar wurde das Video #WomenNotObjects auf Facebook und Youtube viral. Es zündete ein kleines Feuer, dass in letzter Zeit immer grösser wird. Leute sprechen darüber, und das ist schon genug, damit sich einige Marken dazu verpflichtet haben, Frauen in der Werbung nicht zu objektifizieren.

Der legendäre Pirelli-Kalender gilt seit 1964 als der Inbegriff von sexy Fotografien. Im 2016 wurde die berühmte Fotografin Annie Leibowitz damit beauftragt die Bilder zu machen. Sie interpretierte Sexyness völlig neu, indem sie Komikerinnen, Sportlerinnen, und sogar Professorinnen inszenierte. Wunderschöne Frauen unterschiedlichen Alters und Körperform.

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Im 2017 doppelt der Pirelli-Kalender nach, und bucht Peter Lindbergh als Fotograf. Die Fotos sind noch nicht veröffentlicht, aber man weiss dass dass er sich unter anderem Uma Thurman, Lupita Nyong’o und Kate Winslet vor die Linse geholt hat, und dass es auch interessante Frauen zeigt, unterschiedlich, vielfältig, interessant.

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Was ich sagen will. Allzu oft sehen wir sexistische Werbung und lassen es einfach durchgehen. Weil man keinen Elefant aus einer Mücke machen will. Oder weil man nicht als Feministin abgestempelt werden will (obwohl es keine negative Konnotation hat).

Aber ich habe mich dazu entschlossen dieses Thema anzusprechen, es publik zu machen. Eine Diskussion darüber zu starten. Ich wünsche mir in der Werbung echte Schönheit und mehr Vielfalt, anstatt immer dasselbe Bild, das uns Frauen viel eher degradiert als dass es uns anregt etwas zu Kaufen.

Ich wünsche mir Frauen, die sich dagegen wehren, dass ein After Shave sie zum Objekt macht, einfach um mehr Umsatz zu generieren. Machen wir es für uns, und für die kommende Generation.

40 things I have learned in 40 years

Ich erinnere mich noch als meine Mutter vierzig Jahre alt wurde. In meinen Augen war sie damals uuuuralt. Vierzig! Mein Gott, das ist ja eine halbe Ewigkeit, da geht’s nur noch bergab. Dachte ich.

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Nun sitze ich hier, einen Tag bevor ich 40 Jahre alt werde. Ich denke darüber nach, was es bedeutet vierzig Jahre alt zu werden. Auf der einen Seite kann ich es kaum fassen. „Was, so schnell?!“ ist der erste Gedanke der mir durch den Kopf geht. „Ich war doch erst gerade 28, wo ging die Zeit hin?“ Gemischte Gefühle machen sich breit.

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Ich freue mich jedes Jahr auf meinen Geburtstag, auch dieses Jahr. Auf der anderen Seite ist aber auch so ein Gefühl von Countdown da. Vierzig fühlt sich an wie Halbzeit. Mit etwas Glück werde ich vielleicht 80 Jahre alt. Die ersten Vierzig gingen so schnell vorbei, und ich stelle mir unweigerlich die Frage: bin ich dort wo ich mit 40 sein wollte? Habe ich das erreicht was ich wollte? Und was will ich mit meinen nächsten vierzig Jahren anstellen?

Ich möchte noch so vieles tun, lernen, erleben. Ich möchte so gesund wie möglich sein, so fit wie möglich, so glücklich wie möglich. Und das alles liegt in meinen Händen.

Die ersten 40 Jahre waren toll, ich habe viel gelernt. Wichtige und unwichtige Dinge, manchmal schmerzhaft und manchmal lustig, und manchmal ganz einfach aus der Not hinaus. Aber rückblickend ist die Bilanz mehr als positiv. Und das gibt mir Vertrauen für die nächsten Jahre die kommen werden.

Denn grundsätzlich möchte ich nichts an meinem Leben verändern, sondern viel eher neue Dinge dazu bringen: Erlebtes, erlerntes, gelesenes.

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Deshalb möchte ich hier nicht die typische Bucket-List schreiben, mit den Dingen die ich noch tun möchte, sondern eher einen Rückblick auf das Gelernte in den „ersten“ 40 Jahren machen.

Es soll eine kleine Hommage an den Weg hierhin sein, eine kleine Pause um nach hinten zu schauen und stolz zu sein, dass man diesen Weg so gut gemeistert hat. Dass man doch die eine oder andere Fertigkeit im Rucksack hat. Und aus dieser Liste Vertrauen und Inspiration nehmen für das was kommt.

Hier ist sie, die Liste. Wichtige und weniger wichtige Fertigkeiten, die ich in meinen ersten 40 Jahren gelernt habe:

  1. Fahrrad fahren
  2. Auto fahren
  3. Motorrad fahren
  4. Wissen was ich will
  5. Vier Sprachen fliessend sprechen
  6. Nähen (psst! Bloss am grossen Mann nichts davon erzählen, er lebt im Glauben dass ich das nicht kann)
  7. Kochen
  8. Backen
  9. Tanzen
  10. Zuhören
  11. Ja sagen wenn ich ja sagen will
  12. Nein sagen wenn ich nein sagen will
  13. Gute Manieren
  14. Singen (Karaokeeee!)
  15. Vor Publikum sprechen
  16. Windeln wechseln
  17. Mich Schminken (erst mit 28 gelernt!)
  18. Meinem Bauchgefühl vertrauen
  19. Die Wahrheit sagen
  20. Ein Geheimnis hüten
  21. Grundvertrauen haben
  22. Meditieren
  23. Skifahren
  24. Snowboarden (naja – da muss ich noch üben)
  25. Autoreifen wechseln (echt!)
  26. In Krisensituationen die Ruhe bewahren
  27. Wände streichen
  28. Joggen (oder eher 5km-Ohne-Dabei-Zu-Sterben-Joggen)
  29. Optimistisch sein (Sometimes you win sometimes you learn)
  30. Einen Schal stricken
  31. Kreativ sein
  32. Eine voll-choreographierte Step-Stunde unterrichten
  33. Mit dem grossen Mann kuscheln
  34. Mit dem jungen Mann kuscheln
  35. Die innere Schönheit in anderen erkennen
  36. Ein Lied auf Klavier spielen
  37. Tennisbälle jonglieren (nicht gut genug für den Zirkus, aber gut genug um kleine Kinder zu beeindrucken)
  38. Komplimente dankend entgegennehmen
  39. Zöpfe flechten (kann das nicht jeder?)
  40. Den Unterschied zwischen einem guten Wein und einem schlechten Wein erkennen

Als Geburtstagsgeschenk wünsche ich mir von euch ein Kommentar: in welchem Lebensabschnitt befindet ihr euch gerade? Erzählt mal worin ihr gut seid oder was ihr gelernt habt, das würde mich total interessieren!

Habt einen wunderschönen Tag!

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