rezension

{Good Reads} Bretonische Verhältnisse von Jean-Luc Bannalec

Es gibt Autoren wie Gabriel Garcia Marquez und Haruki Murakami, die tiefgründige, herzzerreissende und hoch philosophische Romane schreiben können, und dann gibt es Jean-Luc Bannalec (Pseudonym!), mit seinen bretonischen Polizeikrimis.

Bretonische Flut war mein erstes Bannalec-Buch, hat mir aber nicht so gut gefallen. Trotzdem wollte ich ihm nochmals eine Chance geben, und mit Bretonische Verhältnisse wurde ich nicht enttäuscht.

Hier möchte ich aber klarstellen, dass diese Bücher nichts für eingefleischte Thriller-Krimis-Liebhaber ist. Viel eher ist es ein klassischer Polizeikrimi mit viel Liebe an die bretonische Landschaft, ihre Kultur und ihr Essen.

Oder wie es ein Journalist so treffend definierte: Soft Crime trifft auf Reiseführer. Aber genau das ist es, was mich so fasziniert hat. Ich hatte gleich Lust in die Bretagne zu reisen:

Sicherlich waren es viele Gründe, die die Künstler in die Bretagne und nach Pont Aven zogen, ins alte Keltenland – Armorica, das „Land im Meer“, wie die Gallier es genannt hatten. Die magischen Landschaften, die vom geheimnisvollen Zeitalter der Menhire und Dolmen zeugten, vom Land der Druiden, grosser Legenden und Epen.

Der Protagonist ist Kommissar Dupin, der zu einem Mord in Pont Aven gerufen wird. Pierre-Louis Pennec, der Besitzer des legendären Hotel Central, wo schon Gaugin und andere bekannte Künstler residierten, wird tot in seinem Restaurant aufgefunden.

Der Mord ist umso fragwürdiger, weil Pennec schon 91 Jahre alt war. Wer würde ihn umbringen wollen? Warum? Die Ermittlungen gehen zuerst in alle Richtungen, doch dann verwickelt es sich in eine verzwickte Geschichte mit Kunstraub, Familiendrama und sogar ein kleines bisschen geheime Liebschaften.

Dann gibt es auch noch einen zweiten Mord, der die Vermutungen noch mehr verwischen und der Fall komplizierter macht. Aber ich möchte hier ehrlich gesagt nicht so viel verraten, falls ihr es noch lesen wollt. Sonst ist ja die ganze Spannung weg.

Der mürrische Kommissar Dupin, war mir sofort sympathisch. Stets eigensinnig und distanziert, stelle ich mir Dupin wie ein grossgewachsener Mann mittleren Alters. Er hat für mich eine grosse Ähnlichkeite zu Kommissar Maigret, dessen Serien-Verfilmung (mit Jean Richard) ich als Kind geliebt habe.

Dupin konnte Locmariaquer nicht ausstehen. Und ausserdem hatte er bis heute keine rechte Idee davon, wie er diesen Namen auszusprechen hatte, was ihm zugegebenermassen bei nicht wenigen Bretonen so ging und ihn, der in seinem Beruf nun einmal viel mit Menschen zu tun hatte, nicht selten in peinliche Situationen brachte.

Die anderen Figuren hingegen wirken etwas farblos und verschwinden praktisch neben dem starken Kommissar.

Der Schreibstil ist locker und das Buch lässt sich fliessend lesen. Dupins Gedankengänge sind glaubwürdig und meist gut nachvollziehbar, da die Erzählung dem Kommissar linear in seinen seinen Ermittlungen folgt.

Trotzdem hat man genug Freiraum um selbst Ideen zu entwickeln, wer der Mörder sein könnte.

Am Schluss kommt nicht nur alles anderes als Gedacht, sondern man ist endlos verliebt in die Bretagne und will sofort die Ferien dorthin planen. Bannalecs andere Krimis dieser Serie: Bretonische Brandung, Bretonisches Gold, und Bretonischer Stolz, werde ich mir für die Ferien per Amazon noch bestellen.

Wer von euch hat auch schon ein Buch dieser Serie gelesen?

{Good Reads} Das Glück sieht immer anders aus – Milena Moser

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Als dieses Buch letztes Jahr in den Verkauf kam, wusste ich schon dass ich es kaufen würde. Denn Milena Moser ist eine meiner Lieblingsautorinnen. Ich habe von ihr schon Montagsmenschen, Schlampenyoga und kürzlich auch Gebrauchsanweisung für Zürich gelesen.

Dieses Buch ist aber anders. Es ist weder ein Roman, noch eine Ansammlung von Kolumnen, wie es sonst bei ihr üblich ist. Es ist ein „Personal Essay“ wie sie selbst in einem Interview sagte. Es geht im Buch um ihr Leben nach einer schmerzvollen Scheidung und wie sie wieder das Glück wieder finden will. Eine Art „Coming-of-Age“ aber mit 50 anstatt mit 15.

Sie plant also einen Roadtrip durch Amerika um wieder glücklich zu sein. Sie ist 50 und hat schon einmal in Amerika gelebt als ihre Kinder noch klein waren. Sie plant befreundete Paare zu besuchen um von ihnen zu lernen, was es heisst, glücklich zu sein. Sie will tanzen, sich verlieben, das Leben neu entdecken.. Das Glück sieht immer anders aus. Na wie sieht denn nun das Glück aus?

Nur leider hapert es von Anfang an. Schon der erste Tanzkurs den sie mit grosser Hoffnung besucht ist eine Enttäuschung. Sie müssen während dem Tanz ihre Partner finden, nur mit ihr will niemand tanzen. Sie fühlt sich deplatziert, alleine, einsam.

Das Gefühl ein Fehler zu sein sitzt tief in mir, wie das Bedürfnis, diesen Fehler ungeschehen machen zu wollen. Aber ich tue es nicht. Ich kämpfe. Ich schreibe. Wenn ich schreibe, fühle ich mich sicher. Ich folge meinem Instinkt, einem untrüglichen Gefühl. Sobald ich den Kopf vom Schreibtisch hebe, ist es weg.

Während der Reise erzählt sie kleine Episoden aus ihrem Leben, rechnet aber nicht mit dem Schlechten ab, sondern hat immer den Blick nach vorne gerichtet. Mich hat das Buch deshalb so berührt, weil es so einfach erzählt ist. Man fühlt sich, wie wenn man einer guten Freundin zuhören würde.

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Ich möchte nicht zu viel verraten. Milena landet schliesslich in Santa Fe, und verliebt sich da wirklich. In die Stadt. In die Landschaft. In die Luft und das Licht in dieser Gegend. Das Buch ist zum grössten Teil melancholisch, aber leicht und oft auch lustig geschrieben.

In ihrem Buch geht es darum, dass man das Glück nicht erzwingen kann. Es gibt bestimmte Phasen im Leben, da muss man einfach durch, ob es einem gefällt oder nicht. Auch die Liebe kann man nicht erzwingen. Sie kommt, oder sie kommt nicht. Und je eher man mit sich selbst im Reinen ist, kommen Glück und Liebe wie von selbst.

Diese Textpassage zeigt die Thematik des Buches sehr deutlich:

Diese Geschichte von dem Fuchs, der kein Fuchs sein wollte, hat meine Zenlehrerin einmal erzählt. „Seit fünfhundert Leben komme ich jedes Mal wieder als Fuchs auf die Welt“ beschwerte sich der Fuchs. „Wann kann ich bitte wieder ein Mensch sein? Wie lange dauert das noch?“ Denn der Fuchs erinnerte sich immer noch an ein anderes Leben, an ein Leben als Mensch. „Bevor du ein Mensch sein kannst, musst du erst einmal wirklich ein Fuchs sein“, bekam er zur Antwort.

Nachdem ich die Geschichte zum ersten Mal gehört hatte, habe ich mich furchtbar darüber geärgert. Ja, ja, schon gut, dachte ich. Ich weiss schon, was du mir damit sagen willst, was ich daraus lernen soll, vielen Dank auch! Aber ich will nun mal kein Fuchs sein!

Und ich kann mich so gut damit identifizieren. Manchmal macht man sich so sehr Druck, dass etwas unbedingt klappen muss, dabei ist die Zeit einfach nicht reif dazu. Vielleicht muss man zuerst eine Lektion daraus lernen, etwas mitnehmen aus diesem Lebensabschnitt, aus dieser Erfahrung.

Zugegeben, ich mag solche Selbstfindungstrips-Bücher sehr. Denn ich finde solche Trips machen uns zu dem was wir sind: Menschen mit Höhen und Tiefen im Leben. Es geht dabei  wie wir damit umgehen. Was wir daraus lernen. Wir streben alle nach dem Glück, ohne genau zu wissen wie es aussehen soll. Und doch, wenn es da ist, weiss man es einfach.

Hat jemand dieses Buch schon gelesen? Oder andere Bücher von Milena Moser?

{Good Reads} Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert

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Von Sommerlektüre zu reden wenn man einen dicken Pulli und einen Schal anhat, ist ja schon fast etwas frech. Aber da ich beim letzten Post schon Sommersaison mit dem Tomaten-Himbeer-Ketchup eröffnet habe, ziehen wir das jetzt durch. OK? Wir tun jetzt einfach mal so als wäre es draussen sonnig und warm und wir wären im Garten und die Sonne würde unsere Füsse wärmen.

Heute stelle ich euch das letzte Buch vor dass ich gelesen habe: Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert. Das Krimi-Genre ist sonst nicht so meins, vorallem wenn die Tötungsdelikte sehr detailliert und makaber geschildert werden, aber in diesem 700-Seiten-Roman ist das überhaupt nicht der Fall. Es ist eher ein „Krimi-Light“.

Die Handlung

Marcus Goldmann ist die Hauptfigur im Buch. Er ist ein junger Schriftsteller der gerade seinen ersten Bestseller geschrieben hat und internationalen Erfolg feiert. Alle Welt erwartet nun sein zweites Buch, das mindestens so gut wie das erste sein soll. Marcus leidet unter diesem Erwartungsdruck und hat eine totale Schreibblockade.

Dann erfährt er, dass sein ehemaliger Uni-Lehrer und guter Freund Harry Quebert in einer dunklen Geschichte verwickelt ist. In seinem Rosengarten wurde nämlich der leblose Körper einer jungen Frau gefunden, Nola. Sie gilt seit über 30 Jahren als vermisst.

Harry Quebert ist ein angesehener Schriftsteller, der einen Klassiker der amerikanischen Literatur geschrieben hat, und somit Promi-Status geniesst. Er ist für Marcus Goldmann wie ein Vater. Er lehrt ihm das Boxen, und ist zugleich sein Schriftsteller-Mentor.

Interessantes Detail: jedes Kapitel im Buch fängt mit einem Ratschlag von Harry an Marcus an, was es alles für ein gutes Buch braucht. Die Kapitel, wie die Ratschläge, werden nicht aufsteigend, sondern absteigend, also als Countdown gezählt, was der Handlung noch mehr Spannung gibt.

Lerne deine Niederlagen zu lieben, Marcus. Denn an ihnen wirst du wachsen. Es werden deine Niederlagen sein, die deine Siege so köstlich machen.

Als dann eine Affäre zwischen Harry und Nola ans Licht kommt (damals war er 30 und Nola 15 Jahre alt) ist das ein gefundenes Fressen für die amerikanische Presse. Der Skandal ist perfekt.

Marcus ist überzeugt von der Unschuld seines Mentors und reist in das kleine Städtchen Aurora um seine eigenen Recherchen anzufangen. Er hofft insgeheim eine Inspiration für sein neues Buch zu bekommen. Seine Ermittlungen bringen immer weitere und ganz unerwartete Informationen ans Licht, und die Geschichte wird immer komplizierter und verwickelter.

Erzählart

Das Buch ist in Ich-Form geschrieben, und Marcus Goldmann macht immer wieder zeitliche Rückblenden in verschiedene Momente der Vergangenheit: als Harry sein Lehrer war, als Harry und Nola sich kennengelernt haben, usw.

Es ist ein zeitlich sehr komplex strukturierter Roman, mit verschiedenen Perspektiven aber der Autor schafft es gut den Leser nicht zu verwirren (was mir oft geschieht wenn es viele Perspektivenwechsel gibt).

Die zentrale Themen im Roman sind die verbotene Liebe, das Bücherschreiben, und die öffentliche Verurteilung eines Menschen, dessen Schuld noch nicht bewiesen ist.

Fazit

Das Buch hat meiner Ansicht nach zwei Schwächen: ein paar Klischees zu viel, und an manchen Stellen ist es etwas langatmig. Aber schicksalhafte Themen werden in einer hochspannenden Handlung eingepackt, und das macht diesen Roman sehr fesselnd. Die 700+ Seiten eignen sich also super für eine lockere Sommerlektüre.

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Ich verrate euch hier jetzt nichts mehr und hoffe ihr kauft euch das Buch und lest es selbst!

Derselbe Autor hat übrigens eine Art „Spin-Off“ geschrieben: Die Geschichte der Baltimores. Es handelt sich dabei um die Familiengeschichte von Marcus Goldmann. Ich habe es vor noch im Sommer-Herbst zu lesen und dann schreibe ich auch eine Rezension darüber.

Ein gutes Buch, Marcus, ist ein Buch, bei dem man bedauert dass man es ausgelesen hat.

Hat jemand von euch das Buch auch schon gelesen?
Was steht auf eurer Sommerbuchliste?

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{Good Reads} Honigtot

Liebe Blogleserin, Lieber Blogleser,

In den Ferien lese ich immer am meisten. In unseren Toskana-Ferien habe ich gleich zwei Bücher gelesen, und das obwohl wir jeden Tag auch unterwegs waren und die umgebende Städte und Dörfer besuchten. Aber es blieb immer auch ein bisschen Zeit zum Lesen, sei es am Nachmittag am Pool oder einfach Abends bevor wir zu Bett gingen.

Der junge Mann und ich gehen jede Woche mindestens ein Mal in die Buchhandlung oder in die Mediothek zum „Bücher schmökern“. Es ist unser Lieblingsplan wenn wir zwei gemeinsam etwas unternehmen wollen. Und mein Mutterherz macht einen grossen Sprung, weil ich meine Leidenschaft für Bücher mit ihm teilen kann.

Honigtot von Hanni Münzer wird auf der Rückseite so beschrieben:

Wie weit geht eine Mutter um ihre Kinder zu retten? Wie weit geht eine Tochter um ihren Vater zu rächen? Wie kann eine tiefe, alles verzehrende Liebe die Generationen überdauern und alte wunden heilen? Als sich Elisabeth Malprag auf den SS-Sturmbannführer Albrecht Brunnen einlässt, im Glauben, ihre Familie zu schützen, weiss sie nicht, dass sie einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat. Einen Pakt, dessen Fluch ihre Tochter Deborah trifft…

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Die Geschichte beginnt in Seattle, wo Felicity’s Mutter plötzlich verschwindet. Sie wollte die Sachen ihrer gerade verstorbenen Mutter aus dem Altersheim holen, und kommt nicht mehr zurück. Felicity findet heraus, dass sie nach Rom geflogen ist, und geht hinter ihr her.  Felicity findet ihre Mutter schliesslich in einem Hotelzimmer, wo sie ziemlich verwirrt verschiedene Zeitungsausschnitte und Papierzettelchen versucht die Geschichte Ihrer Familie zu rekonstruieren.

Diese Familiengeschichte beginnt 1923 in München. Elisabeth Malpran ist eine erfolgreiche Opernsängerin die, zusammen mit ihrem liebevollen Ehemann und zwei wunderschöne Kinder, in sehr guten Verhältnissen lebt. Doch langsam beginnt sich der Nationalsozialismus in Deutschland zu verbreiten und Elisabeths Ehemann, Gustav Berchinger, kommt immer mehr in Gefahr wegen seiner jüdischen Abstammung.

Sie planen Deutschland zu verlassen, was für Elisabeth Malpran wegen ihrer Operntätigkeit ziemlich einfach fallen wird, hingegen für ihren Mann eine komplizierte Sache ist. Schliesslich schmieden sie einen Plan wo er über Zürich anschliessend nach London reist und sich dann dort mit ihr und den Kindern trifft. Doch er kommt nie in Zürich an, und ist von da an verschollen.

Elisabeth lässt ihre Beziehungen spielen kann aber nichts tun um ihren Mann wieder zu finden. Da ihre Kinder auch als Halbjuden gelten, sind auch sie in Gefahr und Elisabeth sucht Hilfe bei Obersturmbannführer Albrecht Brunnman, der ihr auch ein paar Mal hilft ihre Kinder aus den Fängen der Nazis zu befreien. Sie heiratet ihn schliesslich aus Dankbarkeit und zum Schutz ihrer Kinder wegen.

Ich will nicht zu viel verraten, und deshalb erzähle ich keine weiteren Details der Handlung, denn sonst ist für euch die Spannung weg. Das Buch ist wirklich sehr emotional und reisst einem mit in diese Zeit. Man fühlt mit ihnen die Verzweiflung, die Hilflosigkeit der Situation und das Entsetzen vor den Nazis.

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Eine Familiengeschichte über vier starke Frauen, die ihren eigenen Weg gehen und die Probleme mit Mut und Entschlossenheit angehen, jede auf ihre Weise. Ich konnte das Buch kaum weglegen und die 466 Seiten (!!!) in wenigen Tagen verschlungen, und kann es bestens empfehlen.

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Hat jemand von euch dieses Buch auch schon gelesen? Wie fandet ihr es? Habt ihr gute Buch-Empfehlungen für mich?

{Good Reads} Das Geheimnis der Schwarzen Dame

Liebe Blogleserin, Lieber Blogleser,

Als ich klein war konnte ich mich stundenlang, ach was, TAGELANG, in ein Buch vertiefen. Damals gab es weder iPhone noch iPad, und das Internet war nicht so weit verbreitet wie heute. Meine Fernsehzeit war stark reduziert und ich durfte pro Tag nur 30 Minuten schauen, war ich für eine Musikshow nutzte.

Ohne Geschwister oder Freundinnen in der Nähe waren die Wochen-Nachmittage sehr langweilig. Also griff ich jedes Buch was sich auf den Weg stellte und las es. Ich las Momo, Die unendliche Geschichte, Ronja Räubertochter, Das doppelte Lottchen, 20.000 Meilen unter dem Meer, usw. Und wenn ein Buch so richtig gut war, konnte ich auch 10 oder 12 Stunden am Stück lesen, mit einer kleinen Pause zum Mittagessen.

Heutzutage lese ich immer noch sehr gerne, aber ich muss mir die Zeit für das Lesen so richtig erkämpfen. Zwischen Familie, Arbeit, Bloggen und andere Hobbys, bleibt halt wirklich nicht mehr viel Zeit übrig. Doch das Buch das ich euch heute vorstelle, hat es geschafft, dass ich wieder 10 Stunden am Stück las. Weil es so gut geschrieben und so spannend war konnte ich es einfach nicht weglegen.

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Das Geheimnis der schwarzen Dame, von Arturo Pérez-Reverte ist ein sehr spannender und genial geschriebener Thriller-Roman. Es geht um das Geheimnis eines flämischen Bildes aus dem Jahr 1471, wo ein Ritter und ein Adliger eine Schachpartie spielen. Im Hintergrund sitzt eine junge Frau ganz in schwarz gekleidet, die gerade in ein Buch vertieft ist.

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Julia, die mit der Restauration dieses Bildes beauftragt wird, entdeckt eine versteckte Nachricht im Gemälde: QVIS NECAVIT EQVITEM (Wer tötete den Ritter). Sie versucht, zusammen mit ihren Freunden dieses Geheimnis zu lüften und erfährt, dass die portraitierten Menschen wirklich existierten und dass der Ritter damals ermordet wurde, ohne dass jemals ein Täter gefasst wurde.

Es geschehen weitere Morde in der Gegenwart, die aber mit der Schachpartie auf dem Gemälde in Verbindung stehen. Sie analysieren das Schachspiel und versuchen es so quasi rückwärts zu spielen, um herauszufinden wer den Ritter getötet hat.

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Alles in Allem hat mich dieses Buch stark an den DaVinci Code von Dan Brown (auf Deutsch: Sakrileg) erinnert. Ein Geheimnis, viele Symbole, und verborgene Nachrichten die zu entziffern sind. Alles fügt sich wie ein Puzzlespiel zusammen, und ist hinter einem Bild versteckt. Nur, dass Das Geheimnis der Schwarzen Dame  schon 10 Jahre vor den berühmten Büchern von Dan Brown erschien.

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Natürlich geht es in diesem Buch sehr oft um Schach, aber auch um Kunstgeschichte. Wenn man also kein Interesse für mindestens eines dieser beiden Themen aufbringen kann, ist das Buch vielleicht etwas langweilig. Ich spiele nicht Schach, und kenne nur ganz wenige Grundregeln davon. Hingegen finde ich Kunstgeschichte sehr interessant und das hat das Schwerpunkt „Schach“ für mich doch noch etwas ausgeglichen.

Der Schluss ist total unerwartet und schnell, vielleicht eine Spur zu schnell, aber es lohnt sich allemal dieses Buch zu lesen. Oder hat es jemand von euch schon gelesen? Würde mich sehr Wunder nehmen wie es euch gefallen hat. Verschiedene Meinungen zu einem Buch sind ja immer interessant.

„Nun, Watson“, sagte Holmes, „ist es nicht merkwürdig: Manchmal muss man die Zukunft kennen, bevor man die Vergangenheit erfassen kann.“ R. Smullyan

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{Good Reads} Naokos Lächeln

Liebe Blogleserin, Lieber Blogleser,

Heute gibt es eine Rezension über mein zuletzt gelesenes Buch: Naokos Lächeln, von Haruki Murakami. Das erste Murakami-Buch das ich gelesen habe war Hardboiled Wonderland und das Ende der Welt. Und dieses Buch war sehr skurril. Es hat mich gefesselt und ich habe es wie besessen in wenigen Tagen gelesen. Naokos Lächeln war eine ganz andere Erfahrung.

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Ich habe Naokos Lächeln schon mehrmals angefangen zu lesen und immer wieder weggetan. Es hat mich irgendwie nicht gepackt. Überall las ich tolle Rezensionen, es sei eines der besten Werke von Murakami, also habe ich mir vorgenommen dieses Buch zu lesen. Und als ich dann mit Lesen fertig war und das Buch zuklappte, musste ich sogar ein paar Tränen vergiessen, was mir zuvor nur mit dem Buch Paula von Isabel Allende geschah.

In Naokos Lächeln geht es um Toru Watanabe, ein japanischer Uni-Student, der in Tokio wohnt. Sein bester Freund aus der Schule, Kizuki, beging Selbstmord, und nun versucht Toru in Tokio seiner Vergangenheit zu entfliehen. Eines Tages trifft er zufälligerweise in der U-Bahn auf Naoko, die Freundin von Kizuki. Von nun an treffen sie sich jeden Sonntag und spazieren stundenlang durch Tokio.

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Naoko hat aber den Tod von Kizuki nie überwunden, und lässt sich schliesslich freiwillig in ein Sanatorium einliefern. Toru ist zu diesem Zeitpunkt bereits in sie verliebt, trifft sich aber mit Midori, ebenfalls Uni-Studentin, und das komplette Gegenteil von Naoko. Sie ist lebensfreudig, extrovertiert und unternehmungslustig. Toru bewegt sich von nun an zwischen diesen zwei Welten, die seine Vergangenheit und seine Zukunft symbolisieren.

Die Handlung hat nicht so einen deutlichen Höhepunkt, wie man es sich von anderen Büchern gewohnt ist. Vielmehr kommt der spannende Teil ganz zum Schluss, aber davon verrate ich natürlich nichts. In Naokos Lächeln gibt es skurrile Gestalten, unausgesprochene Gefühle, viele Selbstmorde, aber vorallem Sehnsucht und Liebe. Aber es ist eine ruhige Liebe, und ruhig ist auch Murakamis Schreibstil, wenn er Gefühle oder Momente beschreibt wie kein anderer es tun kann. Es geht runter wie Honig:

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Dieser Roman war, wie gesagt, eine ganz andere Erfahrung für mich. Ein Buch dass mich anfänglich überhaupt nicht packte, dann aber doch sehr sanft in seinen Bann zog, und am Schluss so ergreifend sein kann.

Ich kann dieses Buch wärmstens empfehlen, aber Ihr müsst es in Ruhe lesen können und nicht verzweifeln wenn es Euch nicht von Anfang an sofort mitreisst. Liest einfach weiter und geniesst Murakamis Schreibart, denn er ist ein Meister im erzählen von tragisch-schönen Liebesgeschichten.

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Deshalb sollten Sie nach dem Glück greifen, wenn es sich Ihnen bietet. Aus Erfahrung weiss ich, dass wir nie mehr als zwei oder drei solcher Gelegenheiten erhalten und dass wir es möglicherweise für den Rest unseres Lebens bereuen, wenn wir sie versäumen. Haruki Murakami, Norwegian Wood.

 
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{Good Reads} Where’d you go, Bernadette

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Liebe Blogleserin, Lieber Blogleser,

Ich möchte dieses Jahr mehr lesen. Das ist nicht irgend ein Neujahrsvorsatz, das ist eines meiner Vorsätze zu meinem letztjährigen Geburtstag. Und da mein letzter Post über ein gelesenes Buch sehr erfolgreich war, werde ich hier neuerdings ab und zu über Bücher schreiben.

Heute präsentiere ich Euch:  Where’d You Go, Bernadette von Maria Semple. (Auf Deutsch: Wo steckst du Bernadette).

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Wichtiger Hinweis vorab: Wo ich angefangen habe zu schreiben, merkte ich plötzlich, dass es gar nicht so einfach ist, eine Rezension über diesen Roman zu verfassen. Denn das Interessanteste an der Geschichte sind zwei Fragen, die ich Euch gar nicht verraten darf: Warum verschwindet eigentlich Bernadette, und wo geht sie hin. Denn wenn ich Euch das verrate, lohnt es sich gar nicht mehr das Buch zu lesen. Aber fangen wir von vorne an.

In diesem Buch geht es um Bernadette Fox. Bernadette ist mit einem Microsoft Manager namens Elgie verheiratet, und zusammen haben sie eine 15jährige Tochter: Bee. Bernadette ist sehr chaotisch aber lustig, hat zum Teil verrückte Vorstellungen, hasst viele Menschen um sich herum zu haben, und engagiert eine indische Virtual Assistant die alles für sie erledigt, damit sie möglichst wenig aus dem Haus muss. Sie ist so ein Künstler-Typ, oder sagen wir mal, etwas Exzentrisch.

Die anderen Mütter der Schule mögen sie überhaupt nicht, weil sie in keiner Projektgruppe dabei ist und eigentlich bei gar nichts mitmacht. Aber es beruht auf Gegenseitigkeit, denn Bernadette mag die Schulmütter auch nicht. Sie nennt sie „gnats“ (Stechmücken).

Die Handlung findet in einem Vorort von Seattle statt, und obwohl sie schon seit Bee’s Geburt dort wohnen, hat Bernadette sich nie an die Stadt gewöhnt. In ihren Worten: „The sky in Seattle is so low, it felt like God had lowered a silk parachute over us.“ Oder auch sehr lustig: „Seattle is the only city where you step in shit and you pray, Please God, let this be dog shit“.

Bee ist eine Musterschülerin, und da ihre Eltern versprochen haben sie dürfe sich etwas wünschen wenn sie gute Noten bekäme, wünscht sie sich eine Reise in die Antarktis. Mit ihren Eltern natürlich. Das ist für Bernadette ein Graus, mit so vielen Leuten in einem Boot festzustecken und sie bekommt schon leichte Panikattacken deswegen. Oder wie sie es erklärt: „I’m not too good when exposed to people“.

Doch dann kommt plötzlich alles anders als geplant und Bernadette verschwindet. Man könnte sagen ihr wird alles zu viel und sie bricht aus, aber niemand weiss wohin.

Ich musste mich zuerst an den Erzählstil dieses Buchs gewöhnen. Es ist sehr unkonventionell geschrieben. Es besteht zum grössten Teil aus E-Mails oder Briefe zwischen den Müttern, der Schulleitung, Elgie (Bernadette’s Ehemann), oder auch FBI Dokumente, Rechnungen, und letztlich die Gedanken von Bee (Bernadette’s Tochter). Aber es ist alles so gut zusammengesetzt, dass man die Geschehnisse ohne Aufwand gut mitverfolgen kann. Die Charakteren sind sehr gut beschrieben und mann kann ihre Handlungen nachvollziehen.

Trotz aller Heiterkeit und den lustigen Szenen, geht es in diesem Buch um tiefgründige Themen wie Depression, sich den Problemen stellen, unterdrückte Kreativität, Verantwortung tragen, usw. Und die Frage ob die Familie dies gemeinsam überstehen wird. Die Handlung und vorallem das Ende nehmen überraschende Wendungen, aber mehr dazu verrate ich hier nicht.

Was mir persönlich am meisten gefallen hat war, wie Bernadette beschrieben wird. Sie ist wirklich nicht perfekt. Eigentlich ist sie alles andere als perfekt. Und doch empfindet man Empathie zu ihr, weil sie so missverstanden wird. Und wer hat das nicht auch schon mal erlebt?

Ich habe während dem Lesen viel gelacht, und würde es jedem empfehlen der eine schnelle Lektüre sucht (dieses Buch kann in einer Woche gelesen werden), ohne dass es total oberflächlich ist. Es würde mich sehr freuen von Euch zu hören falls jemand dieses Buch liest, ob es Euch gefällt oder gar nicht, was Ihr dazu meint, usw.

Die nächste Buchrezension wird von einer meiner neuen Lieblingsautoren sein: Haruki Murakami. Lasst Euch überraschen!

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*Dieser Post enthält Amazon Affiliate Links. Ich freue mich wenn Ihr über diesen Link das Buch kauft, denn so bekomme ich ein paar Cents davon ohne dass es Euch mehr kostet. Und von diesem Geld kann ich mir weitere Bücher kaufen und hier rezensieren. 😉