Zu sagen, dass das Jahr 2020 eine Herausforderung war, wäre eine Untertreibung. Seit letzten März steht die Welt eigentlich still. Diese Pandemie hat nicht nur viele Menschenleben gekostet, sondern vielen auch ihre wirtschaftliche Grundlage entzogen. Andere fühlen sich allein und sind isoliert. Durch die Restriktionen während dem harten Lockdown und die aktuellsten Entwicklungen, wurden viele gezwungen ihre lang ersehnte Reisen zu stornieren, Hochzeiten und Geburtstagsfeste wurden abgesagt, und sogar Weihnachten war nur im intimsten Kreis der Familie möglich.

Trotzdem (oder sogar deswegen) ist es für mich wichtig in solch einem Jahr mich in Dankbarkeit zu üben. Dankbar dafür, dass all unsere Liebsten bisher wohlauf sind, niemand in unserer Familie ist ernsthaft erkrankt. Weder an Corona noch an irgendwas anderem.

Dankbar für die Me-Zeit die uns diese Pandemie gab. Noch nie wurde die Welt so ausgebremst, und man war gezwungen zu Hause zu bleiben, so dass man die Möglichkeit hatte uns auf das Wichtige im Leben zu fokussieren. All das Ausgehen, das Reisen, die Feste, all das sind schöne Momente und ich vermisse sie sehr (glaubt mir!). Aber sie dienen auch als starke Ablenkungsmanöver. Je mehr man unterwegs ist, desto eher ist man abgelenkt. Man schaut nicht so genau hin.

Die Zeit zu Hause, die uns die Pandemie geschenkt hat, hat uns gezwungen genauer hinzuschauen. Nachdem man alle Netflix-Serien durch hatte und das Online Shopping auch nicht mehr so reizvoll war, mussten wir den Fokus dorthin legen, wo unsere Komfortzone aufhört. Ich habe im 2020 wieder angefangen zu meditieren. Und ganz unerwartet kamen ein paar Mal ein paar Tränchen hoch. Will heissen, dass da noch Unverarbeitetes unter der Oberfläche liegt.

Auch unbezahlbar: die Zeit die ich mit meinem Teenie-Sohn verbringen durfte. Noch nie waren wir beide so lange Zeit zu Hause und ich bin so dankbar, dass wir uns so gut verstanden haben. Die Zeit mit ihm, unbezahlbar.

Aber 2020 war auch das Jahr wo ich endlich Französisch gelernt habe. Etwas was ich schon jahrzehntelang auf meiner To-Do-Liste hatte. Um eine Sprache zu lernen muss man viel Zeit investieren. Zeit, die ich bisher nie hatte. Dank einem Online-Portal und einer guten Lehrerin, konnte ich in den letzten Monaten mein Französisch auf einen Level bringen, wo ich mich zumindest gut unterhalten kann. Und das war auch genau mein Ziel: Französisch zu sprechen, so dass ich mich gut unterhalten kann ohne zu stottern oder nach Wörter zu suchen.

Da wir im 2020 nur kurz für eine Woche in Saas-Fee waren, und sonst keine richtige Ferien hatten, und Restaurantbesuche auch rar waren, habe ich in diesem Jahr auch viel weniger Geld ausgegeben. So konnte ich in diesem Jahr endlich die Kreditkarten abbezahlen. Etwas das auch schon seit Jahren mein Ziel war. Aber irgendwie kam immer etwas dazwischen. Ich war im Dezember zum ersten Mal seit Jahren komplett schuldenfrei.

Und schliesslich habe ich mir im 2020 einen grossen Traum erfüllt: einen Hund zu haben. Emma, eine zweijährige Französische Bulldogge, kam im Oktober zu uns und ich könnte nicht dankbarer für sie sein. Dank ihr habe ich meine Tagesschrittzahl radikal erhöht und einen guten Grund um 4x pro Tag frische Luft zu schnappen.

Trotzdem. Ich freue mich auf 2021. So bald es für meine Zielgruppe möglich ist, werde ich mich impfen, und hoffe damit, dass wir uns bald wieder umarmen können, Konzerte, Kinos und Festivals besuchen. Reisen, ins Restaurant gehen, Leute treffen, Feste feiern und all die Sachen machen, die wir vorher als Selbstverständlich betrachtet haben und seit der Pandemie wissen, dass sie es eben nicht sind.

In diesem Sinne: Ich wünsche euch alles Gute für das 2021!

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