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Als dieses Buch letztes Jahr in den Verkauf kam, wusste ich schon dass ich es kaufen würde. Denn Milena Moser ist eine meiner Lieblingsautorinnen. Ich habe von ihr schon Montagsmenschen, Schlampenyoga und kürzlich auch Gebrauchsanweisung für Zürich gelesen.

Dieses Buch ist aber anders. Es ist weder ein Roman, noch eine Ansammlung von Kolumnen, wie es sonst bei ihr üblich ist. Es ist ein „Personal Essay“ wie sie selbst in einem Interview sagte. Es geht im Buch um ihr Leben nach einer schmerzvollen Scheidung und wie sie wieder das Glück wieder finden will. Eine Art „Coming-of-Age“ aber mit 50 anstatt mit 15.

Sie plant also einen Roadtrip durch Amerika um wieder glücklich zu sein. Sie ist 50 und hat schon einmal in Amerika gelebt als ihre Kinder noch klein waren. Sie plant befreundete Paare zu besuchen um von ihnen zu lernen, was es heisst, glücklich zu sein. Sie will tanzen, sich verlieben, das Leben neu entdecken.. Das Glück sieht immer anders aus. Na wie sieht denn nun das Glück aus?

Nur leider hapert es von Anfang an. Schon der erste Tanzkurs den sie mit grosser Hoffnung besucht ist eine Enttäuschung. Sie müssen während dem Tanz ihre Partner finden, nur mit ihr will niemand tanzen. Sie fühlt sich deplatziert, alleine, einsam.

Das Gefühl ein Fehler zu sein sitzt tief in mir, wie das Bedürfnis, diesen Fehler ungeschehen machen zu wollen. Aber ich tue es nicht. Ich kämpfe. Ich schreibe. Wenn ich schreibe, fühle ich mich sicher. Ich folge meinem Instinkt, einem untrüglichen Gefühl. Sobald ich den Kopf vom Schreibtisch hebe, ist es weg.

Während der Reise erzählt sie kleine Episoden aus ihrem Leben, rechnet aber nicht mit dem Schlechten ab, sondern hat immer den Blick nach vorne gerichtet. Mich hat das Buch deshalb so berührt, weil es so einfach erzählt ist. Man fühlt sich, wie wenn man einer guten Freundin zuhören würde.

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Ich möchte nicht zu viel verraten. Milena landet schliesslich in Santa Fe, und verliebt sich da wirklich. In die Stadt. In die Landschaft. In die Luft und das Licht in dieser Gegend. Das Buch ist zum grössten Teil melancholisch, aber leicht und oft auch lustig geschrieben.

In ihrem Buch geht es darum, dass man das Glück nicht erzwingen kann. Es gibt bestimmte Phasen im Leben, da muss man einfach durch, ob es einem gefällt oder nicht. Auch die Liebe kann man nicht erzwingen. Sie kommt, oder sie kommt nicht. Und je eher man mit sich selbst im Reinen ist, kommen Glück und Liebe wie von selbst.

Diese Textpassage zeigt die Thematik des Buches sehr deutlich:

Diese Geschichte von dem Fuchs, der kein Fuchs sein wollte, hat meine Zenlehrerin einmal erzählt. „Seit fünfhundert Leben komme ich jedes Mal wieder als Fuchs auf die Welt“ beschwerte sich der Fuchs. „Wann kann ich bitte wieder ein Mensch sein? Wie lange dauert das noch?“ Denn der Fuchs erinnerte sich immer noch an ein anderes Leben, an ein Leben als Mensch. „Bevor du ein Mensch sein kannst, musst du erst einmal wirklich ein Fuchs sein“, bekam er zur Antwort.

Nachdem ich die Geschichte zum ersten Mal gehört hatte, habe ich mich furchtbar darüber geärgert. Ja, ja, schon gut, dachte ich. Ich weiss schon, was du mir damit sagen willst, was ich daraus lernen soll, vielen Dank auch! Aber ich will nun mal kein Fuchs sein!

Und ich kann mich so gut damit identifizieren. Manchmal macht man sich so sehr Druck, dass etwas unbedingt klappen muss, dabei ist die Zeit einfach nicht reif dazu. Vielleicht muss man zuerst eine Lektion daraus lernen, etwas mitnehmen aus diesem Lebensabschnitt, aus dieser Erfahrung.

Zugegeben, ich mag solche Selbstfindungstrips-Bücher sehr. Denn ich finde solche Trips machen uns zu dem was wir sind: Menschen mit Höhen und Tiefen im Leben. Es geht dabei  wie wir damit umgehen. Was wir daraus lernen. Wir streben alle nach dem Glück, ohne genau zu wissen wie es aussehen soll. Und doch, wenn es da ist, weiss man es einfach.

Hat jemand dieses Buch schon gelesen? Oder andere Bücher von Milena Moser?

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